Mittelohroperationen

Tympanoplastik Typ I-III

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Gutes und gesundes Hörvermögen setzt eine intakte Schallleitung im Ohr voraus

Damit wir ein Geräusch, das an unser Ohr dringt, auch hören können, müssen verschiedene Schallleitungskomponenten in unserem Ohr perfekt funktionieren. Im äußeren Gehörgang treffen ankommende Schallwellen zunächst auf das Trommelfell (Membrana tympani oder Myrinx), das den Abschluss des Gehörgangs zum Mittelohr bildet. Die Schallwellen versetzen das Trommelfell in exakt frequenztreue Schwingungen. Auf der dem Mittelohr zugewandten Seite des Trommelfells befindet sich das erste von drei beweglichen Gehörknöchelchen, der Hammer (Malleus). Der Hammerstiel ist mit seinem Stielende im Trommelfell verwachsen und nimmt die Schwingungen auf und gibt sie an das zweite Gehörknöchelchen, den Amboss (Incus) weiter. Das dritte Gehörknöchelchen, der Steigbügel (Stapes), nimmt die Schwingungen des Amboss auf und überträgt sie auf das ovale Fenster am Übergang zur Hörschnecke (Cochlea), die mit Flüssigkeit (Perilymphe) gefüllt ist. Die Luftschallwellen, die auf das Trommelfell treffen, sind von langen Amplituden und geringem Druck geprägt. Sie werden durch die Gehörknöchelchenkette auf mechanischem Wege um das Zweiundzwanzigfache verstärkt. Der Schall, der auf das ovale Fenster trifft, zeigt deshalb kurze Amplituden mit entsprechend hohen Drücken. Wenn nur eine einzige Komponente der Schallleitung aufgrund einer Erkrankung oder aus anderen Gründen in seiner Funktion eingeschränkt ist, entsteht eine sogenannte Schallleitungsschwerhörigkeit. Die spezielle HNO Chirurgie in unserer Privatklinik mitten in Berlin hält für jedwede Schallleitungsstörung eine konservative oder chirurgische Lösung bereit.

Welche Indikationen sprechen für die Durchführung einer Tympanoplastik?

Eine chronische Mittelohrentzündung bildet eine der häufigsten Indikationen für die Wiederherstellung des Hörvermögens durch eine Tympanoplastik. Das trifft vor allem zu, wenn das Trommelfell jenseits des Selbstheilungsvermögens verletzt wurde oder die Gehörknöchelchenkette in ihrer Funktion nachhaltig beeinträchtigt ist. Ein weiterer Grund für eine Tympanoplastik stellt die Entfernung eines Cholesteatoms dar. Das Cholesteatom, auch Perlgeschwulst genannt, entsteht meist aus einem unkontrolliert wachsenden Plattenepithel des äußeren Gehörgangs, das in das Mittelohr hineinwuchert und zu chronischen Entzündungen führt. Traumatische Schäden nach einem Unfall oder nach Schlägen am Kopf und auf das Ohr können das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen beschädigen, so dass ohne eine Tympanoplastik das normale Hörvermögen nicht wiedererlangt werden kann. Ebenso sprechen viele weitere entzündliche Prozesse oder eine Otosklerose, die den Steigbügel im Mittelohr einengt oder gänzlich blockiert, für eine Tympanoplastik, um das Hörvermögen wieder zu verbessern.

Die wichtigsten Eingriffe zur Wiederherstellung der Schallleitung entsprechen der Tympanoplastik Typ I-III / Trommelfellverschlussplastik

Die spezielle HNO Chirurgie in unserer Privatklinik in Berlin ist modernst eingerichtet, und die meisten Eingriffe am Schallleitungsapparat erfolgen sehr präzise unter dem Operationsmikroskop, um Ihnen als Patient Ihre Hörfähigkeit bestmöglich wieder herzustellen. Der erfahrene Facharzt und Spezialist verfügt jeweils dabei über ein eingespieltes OP-Team, das ihm zur Seite steht. Die Tympanoplastik Typ I, auch als Myringoplastik bezeichnet, umfasst ausschließlich Rekonstruktionen und „Reparaturen“ am Trommelfell. Der Facharzt und Spezialist beseitigt beispielsweise Vernarbungen am Trommelfell oder verschließt Löcher mit körpereigenem Gewebe. Die Myringoplastik kommt in Betracht, wenn die Gehörknöchelchenkette selbst intakt und funktionsfähig ist. Die Tympanoplastik Typ II nach Wullstein dient der Wiederherstellung oder Verstärkung und Optimierung der mechanischen Verbindung zwischen Amboss und Steigbügel. Häufiger als dieser Eingriff erfolgt die Tympanoplastik Typ III. Es handelt sich dabei um einen Ersatz oder eine Rekonstruktion der Gehörknöchelchen. Meist werden winzige Titanprothesen als Total-oder Teilersatz verwendet. Ein Teilersatz wird beispielsweise angestrebt, wenn der körpereigene Amboss in veränderter Form in die rekonstruierte Gehörknöchelchenkette integriert werden kann. Dem erfahrenen Operateur stehen dafür ein großes Portfolio endoprothetischer Modelle zur Verfügung, und er kann zwischen mehreren OP-Verfahren wählen wie sie in der HNO Heilkunde beschrieben sind.

Was ist nach einer Tympanoplastik Typ I-III / Trommelfellverschlussplastik zu beachten?

Durch den Einsatz modernster Operationstechniken, mit denen unser Spezialist für Tympanoplastik bestens vertraut ist, werden postoperative Maßnahmen auf ein Minimum reduziert. Wenn auch die einzelnen chirurgischen und mikrochirurgischen Eingriffe am Gehörgang, am Trommelfell und an der Gehörknöchelchenkette je nach Ausgangslage unterschiedlich intensiv sind, sollte ein Aufenthalt in unserer Klinik von etwa 3 bis 5 Tagen gerechnet werden. Praktischerweise kann die Klinik meist nach dem Wechsel der ersten Tamponade verlassen werden. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt in der Regel 2 bis 3 Wochen.

Das Ohr sollte nach der OP mehrere Wochen lang gut vor eindringendem Wasser geschützt werden. Schwimmen und Tauchen sollte deshalb während dieser Zeit strikt vermieden werden. Ebenso sollte das Ohr nicht lauten Geräuschen oder lauter Musik ausgesetzt werden. Je nach Art der Tympanoplastik, sollten körperliche Anstrengungen einschließlich sportlicher Aktivitäten nach der OP vermieden werden.