Hornhauttransplantationen – Indikationen und Ablauf

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Die Augenheilkunde umfasst auch das Gebiet der Hornhauttransplantationen. Bei der Keratoplastik erfolgt die Verpflanzung von Spendermaterial als Ersatz für erkranktes Hornhautgewebe.

 

Was sind Hornhauttransplantationen?

In der Augenheilkunde wird die Hornhauttransplantation auch als Keratoplastik bezeichnet. Gemeint ist damit ein operativer Eingriff, in dessen Rahmen die erkrankte Hornhaut durch die gesunde Hornhaut eines verstorbenen Spenders ersetzt wird. Sie kann zum Beispiel bei einer ausgeprägten Hornhautentzündung (Keratitis) erforderlich sein.

Die Hornhaut des Menschen erfüllt überaus wichtige Aufgaben. So fungiert sie nicht nur als Schutzschirm des Auges, sondern sorgt zudem für das Brechen der Lichtstrahlen. Außerdem lässt sie das Licht durch, sodass es auf Augenpupille, Linse und Netzhaut (Retina) trifft. Leidet die Hornhaut jedoch unter Erkrankungen, wirkt sich dies wiederum negativ auf das Sehvermögen aus.

Die Hornhauttransplantation wird erst durch eine Organspende ermöglicht.

Durch eine Keratoplastik ist es außerdem möglich, auf das Hornhautgewebe einzuwirken und Veränderungen an der Brechkraft der Hornhaut herbeizuführen. Dadurch ist zum Beispiel die Behandlung oder Korrektur einer Fehlsichtigkeit durchführbar.

 

Wann ist eine Transplantation der Hornhaut erforderlich?

Hornhauttransplantationen werden nötig, wenn die Funktionen der Hornhaut (Cornea) nicht mehr genügend zu erfüllen sind und andere Behandlungsmethoden keine Besserung der Beschwerden erwirken. Häufigste Gründe für eine Hornhautverpflanzung sind:

  • eine Hornhautdystrophie, an der Endothel, Epithel oder Stroma beteiligt sind
  • Wölbungsanomalien wie ein Keratokonus
  • eine Keratitis
  • Eintrübungen der Hornhaut aufgrund von Narben, die durch Verletzungen, Geschwüre oder Infektionen entstehen
  • Stoffwechselstörungen
  • bestimmte Erbkrankheiten

Allein in Deutschland finden pro Jahr etwa 4800 Hornhauttransplantationen statt. Damit stellt die Hornhautverpflanzung die am häufigsten vorgenommene Gewebeübertragung am Menschen dar und kommt öfter zur Anwendung als sämtliche anderen Organtransplantationen.

Arten der Keratoplastik

Die Augenheilkunde unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Hornhautverpflanzung. Dies sind:

Die perforierende Keratoplastik

Bei diesem Verfahren schneidet der Augenarzt mit speziellen Instrumenten eine kleine, runde Scheibe aus der Hornhaut heraus. Anschließend setzt der Spezialist eine gleichgroße Scheibe aus der Spenderhornhaut in die zuvor erstellte Öffnung ein und vernäht sie.

In manchen Fällen können auch weitere Operationsschritte nötig sein wie eine Entfernung des Glaskörpers oder der Austausch einer Linse.

Lamelläre Keratoplastik

Eine lamelläre Hornhauttransplantation kann stattfinden, wenn nur einzelne Schichten der Hornhaut von einer Erkrankung betroffen sind. In diesem Fall braucht der Facharzt nur die Einzelschicht ersetzen, sodass die gesunden Schichten weiter erhalten bleiben. Die Augenheilkunde unterscheidet zwischen hinterer und vorderer lamellärer Transplantation.

Femto-Keratoplastik

Zu den modernen Verfahren zählt die Femto-Keratoplastik, bei der das erkrankte Gewebe mit einem Laser entfernt wird. Auch das Einsetzen des Spendermaterials findet mit einem Femtosekundenlaser statt. Allerdings eignet sich das Verfahren nicht für jeden Patienten, weil der Laser nur durch klares Gewebe schneidet.

Hornhauttransplantationen in der MEOCLINIC in Berlin

Die private Augenarztpraxis der MEOCLINIC in Berlin Mitte umfasst zahlreiche Untersuchungen, Behandlungen und Nachsorgeverfahren der Augenheilkunde. Dazu gehört u. a. die Hornhauttransplantation.

Vor der Hornhautverpflanzung

Bevor eine Transplantation der Hornhaut vorgenommen wird, findet normalerweise eine längere augenärztliche Behandlung statt. Der Facharzt bespricht dabei mit dem Patienten die Therapieoptionen. Entschließt sich der Patient zum Schritt der Hornhautverpflanzung, informiert ihn unser Spezialist über alle erforderlichen Behandlungsschritte.

Darüber hinaus muss der Hausarzt des Patienten im Vorfeld der Transplantation eine Untersuchung durchführen, um abzuklären, ob eventuelle Gegenanzeigen vorliegen. Bei den meisten Patienten findet der Eingriff stationär statt und der Patient bekommt eine lokale Betäubung. Manchmal kann auch eine Vollnarkose sinnvoll sein. Mit Zustimmung des Hausarztes sind Arzneimittel zur Blutgerinnungshemmung vor der Operation abzusetzen.

Ablauf der Transplantation

Zu Beginn der Transplantation injiziert der Facharzt dem Patienten ein Anästhetikum in die angrenzende Haut des Auges. Zum Verteilen des Betäubungsmittels übt ein mit Luft gefüllter Ballon Druck auf das Auge aus. Anschließend erfolgt eine Augendesinfektion und das Gesicht wird mit einem luftdurchlässigen keimfreien Tuch versehen.

Im Verlauf des gesamten Eingriffs erfolgt eine Überwachung von Sauerstoffgehalt im Blut sowie des Herz-Kreislaufsystems. Über eine kleine Kanüle, die vor dem Eingriff angelegt wird, lassen sich jederzeit Arzneimittel zuführen, wenn diese nötig sind.

Mit einer Klammer hält der Operateur das Auge während der Transplantation offen. Der Patient braucht sich lediglich zu entspannen und ruhig liegen zu bleiben. Weil die Ausgangssituation von Patient zu Patient unterschiedlich ausfällt, gilt dies auch für den Ablauf der Operation. In der Regel nimmt der Eingriff ungefähr 45 bis 60 Minuten in Anspruch. Bei einer stationären Hornhauttransplantation bleibt der Patient etwa eine Woche in der Klinik.

Nach der Hornhauttransplantation

Im Anschluss an die Transplantation werden dem Patienten spezielle Augentropfen verabreicht. In einigen Fällen erhält er für den Rest seines Lebens Augentropfen mit Kortison. Mitunter kann auch die Gabe von immunsuppressiven Tabletten nötig sein. Die Medikamente unterdrücken das Abwehrsystem, damit es nicht zu einer Abstoßung des Spendermaterials kommt.

Die meisten Patienten reagieren nach einer Hornhauttransplantation positiv auf das erhaltene Material. Daher genügt bei ihnen normalerweise die Gabe von Augentropfen. Weitere mögliche Nachsorgebehandlungen beinhalten das Entfernen der Operationsfäden, das mitunter erst ein bis zwei Jahre nach der Transplantation vorgenommen wird. Der Facharzt entscheidet über den passenden Zeitpunkt.

Darüber hinaus finden beim Augenarzt in der MEOCLINIC nach der Transplantation regelmäßige Kontrolluntersuchungen statt. Für den Erfolg der Behandlung ist es überaus wichtig, die ärztlichen Anordnungen konsequent zu befolgen.

Worauf der Patient achten sollte

Nach der Hornhautverpflanzung sollte der Patient auf das Auftreten von Beschwerden wie Sichtbehinderungen, Rötungen oder Tränen des Auges Acht geben und den Augenarzt informieren, sobald sie einsetzen. Auf diese Weise lassen sich Komplikationen frühzeitig erkennen und behandeln. Unbedingt zu vermeiden sind Reizungen des Auges wie durch Reibebewegungen.

Prognose

In den meisten Fällen nimmt die Verpflanzung der Hornhaut einen positiven Verlauf, obwohl es oft Monate in Anspruch nimmt, bis der Patient wieder umfassend sehen kann. Letztlich bewahrt die Transplantation jedoch häufig vor einer Erblindung. Menschen, die unter einer Sehschwäche leiden, können ihr Sehvermögen durch das Verfahren oft verbessern.

Außerdem wird das Spendermaterial besser als bei anderen Transplantationen vertragen. Ebenso ist die Verfügbarkeit des Materials höher. Gegenanzeigen bestehen nur wenige und die Nachsorge ist für den Patienten kaum belastend.