Thermoablation der Besenreiser mittels Radiowellen

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Venen transportieren das Blut nach Abgabe von Sauerstoff und Aufnahme von Kohlenstoffdioxid in den Kapillaren im Gewebe zurück zum rechten Vorhof des Herzens. Das Herz pumpt das „verbrauchte“ Blut in die Lunge, wo es in den Lungenbläschen von seinem Kohlenstoffdioxid befreit und erneut mit Sauerstoff angereichert wird und über die Pulmonalvenen in den linken Vorhof des Herzens zurückströmt. Das Herz pumpt das aufgefrischte Blut in die Aorta, die Hauptschlagader des Körpers. Von der Aorta zweigt das gesamte arterielle Adernetzwerk mit immer feineren Arterien ab bis zu den Kapillaren, in denen der umgekehrte Stoffaustausch wie in der Lunge stattfindet, so dass sich der Kreislauf schließt.

Das feine Netzwerk von Venen, das sich in der Oberhaut befindet und das Blut nach dem Stoffaustausch in der Haut sammelt und an größere Venen abgibt, ist in gesundem Zustand von außen nicht sichtbar. Bei vielen Menschen weiten sich die feinen Venen ein wenig und nehmen wegen des erhöhten Lumens mehr Blut auf. Die Adern werden deshalb von außen wie ein feines blaurotes netz- oder fächerförmiges Geflecht sichtbar, das entfernt an ein Besenreisergeflecht erinnert. Es handelt sich de facto um winzige Krampfadern (Varizen), also um eine spezielle Form einer Varikose oder Varikosis. Meist zeigen sich Regionen von Besenreisern an den Ober- und Unterschenkeln. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. Hauptrisikofaktoren sind eine genetische Veranlagung, Schwangerschaften, Hormonpräparate, Bewegungsmangel, langes Stehen und Übergewicht.

Besenreiser – ein rein kosmetisches Problem?

Besenreiser werden als eine Sonderform der Venenerkrankungen angesehen, weil es sich in vielen Fällen um ein rein kosmetisches Problem handelt. Beschwerden wie Schmerzen, müde Beine oder die Gefahr einer stärkeren Blutung nach Verletzung treten nicht auf. Dennoch legen wir in unserer MEOCLINIC in Berlin Wert auf eine sorgfältige bildgebende Diagnose des gesamten Venensystems an der betroffenen Stelle. Falls sich die Besenreiservarizen beispielsweise auf eine Funktionsstörung der tieferliegenden Venen zurückführen lassen, sollten zunächst aus medizinischen Gründen die tieferliegenden Venen behandelt werden. Das verhindert die Bildung größerer Krampfadern im Bereich der Besenreiser und beugt weitestgehend einer Neubildung der Besenreiservarizen vor.

Als Diagnoseverfahren kommen in unserer Klinik in Berlin bevorzugt verschiedene Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz wie die Duplexsonografie, die CW-Dopplersonografie sowie weitere Sonografie Verfahren. Auch in anderen diagnostischen Verfahren können wir auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die wichtigsten Ziele der Diagnostik bestehen in der Überprüfung der Venen auf ihre Durchlässigkeit und auf eventuelle Rückflussprobleme, die die Ausbildung von Krampfadern und Besenreiservarizen begünstigen. Der verantwortliche Venen Experte und Venenspezialist muss vor einer Behandlung auch das Vorhandensein eines neuen oder alten Blutgerinnsels (Thrombus) ausschließen können. Besenreiservarizen stellen zwar ein kosmetisches Problem dar, deuten aber in vielen Fällen auch auf behandlungsbedürftige Rückflussprobleme der damit in Verbindung stehenden tiefer liegenden Venen hin.

Was sind die wichtigsten Methoden zur Behandlung der Besenreiservarizen?

Falls die vor der Behandlung der Besenreiservarizen durchgeführte Diagnose ergibt, dass die winzigen Krampfadern durch chronischen Blutstau in tiefer liegenden Venen verursacht wurden, empfiehlt sich zunächst die Behandlung der erkrankten größeren Venen, um einer Ausbildung medizinisch relevanter größerer Varizen entgegenzuwirken und um eine sonst sehr wahrscheinliche Neuausbildung von Besenreiservarizen zu vermeiden. Für die ästhetische Behandlung der Besenreiser stehen je nach Krankheitsbild drei verschiedene Verfahren zur Auswahl.

Eine häufig angewandte Methode ist die sogenannte Verödungs-Therapie – auch als Sklerosierung – bezeichnet. Ein Wirkstoff wird direkt in die Vene injiziert. Der Wirkstoff provoziert eine Reizung der Veneninnenwand, die sich daraufhin verklebt mit dem Effekt, dass die Vene verödet. Sie kann dann kein Blut mehr aufnehmen und wird allmählich vom Stoffwechsel abgebaut. Die Methode ist allerdings für Venen mit sehr geringem Durchmesser nicht geeignet, weil die Applizierung des Wirkstoffs bei den sehr fein verästelten Venen an physikalische Grenzen stößt.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Behandlung per Laser. Sie eignet sich vorwiegend für rote Besenreiser. Der Laser wird entlang der Hautoberfläche geführt und sendet Lichtblitze aus, die problemlos die Haut durchdringen, ohne sie zu verletzen oder zu erhitzen. Die Energie der Lichtblitze wird vor allem vom Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, aufgenommen und in punktuelle Wärme umgewandelt, so dass auch in diesem Fall die winzigen Krampfadern ähnlich wie bei einer Thermoablation veröden und abgebaut werden.

Eine sehr moderne Behandlungsmethode ist die Therapie mit hochfrequenten Radiowellen, die auch von unseren Gefäßspezialisten angewandt wird. Aus fachärztlicher Sicht handelt es sich dabei um die Methode, die einerseits die Besenreiservarizen gesichert verödet und andererseits das umliegende Gewebe am besten schont.

Die Behandlung von Besenreisern mittels hochfrequenter Radiowellen

Die Radiowellentherapie ist ein relativ neues, modernes Verfahren, das gegenüber anderen Therapien – auch gegenüber einer Laserbehandlung – viele Vorteile aufweist. Das Verfahren entspricht einer Thermoablation, weil der Venenspezialist oder Venen Experte mit einer haarfeinen Sonde hochfrequente Radiowellen in die betroffene Vene abgibt. Die Energie der Radiowellen führt zu einer kurzzeitigen Erhitzung und Verschweißung der Venen. Der Erfolg lässt sich noch während der Behandlung verfolgen. Das Verfahren ist nicht nur für eine ästhetische Behandlung der Besenreiservarizen geeignet, sondern auch zur Behandlung von Venenerkrankungen an tieferliegenden Venen. Die Radiowellentherapie wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt, so dass der Patient in der Regel nach einer kurzen Ruhepause im Anschluss an die Behandlung nach Hause gehen kann.

Vorteile der Thermoablation mittels hochfrequenter Radiowellen

Nicht zuletzt wegen seiner Vorteile gegenüber anderen Verfahren wie Laserbehandlung und verschiedenen Sklerosierungsverfahren sowie gegenüber invasiven Therapien. Die Hauptvorteile liegen darin, dass die verwendeten Sonden mikroisoliert sind, so dass sich die beabsichtigte Koagulation der Venen ausschließlich auf den eng umgrenzten Bereich an der Spitze der Sonde beschränkt. Anders als bei den meisten anderen Verfahren wird umliegendes Gewebe nicht in Mitleidenschaft gezogen. Im Gegensatz zu Laserbehandlungen spielen die Farbe der Gefäße und eventuelle Pigmentfärbungen der Haut keine Rolle. Die Behandlung ist normalerweise nahezu schmerzfrei und geht zügig voran. Schon während der Behandlung lassen sich die ästhetischen Veränderungen der Besenreiservarizen beobachten. Es treten in der Regel keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen auf. Der Patient ist bereits am Tag nach der Behandlung wieder einsatz- und arbeitsfähig und normal belastbar.