Funktionswiederherstellung bei Nervenausfällen

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Nervenausfälle in den Händen wirken sich bei vielen Alltagstätigkeiten störend aus und sollten auf keinen Fall hingenommen werden. Je früher die Behandlung beginnt, umso eher besteht die Chance, die Funktionsfähigkeit ganz oder teilweise wiederherzustellen. Unsere Spezialisten für Handchirurgie in Berlin verfügen über viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen auch bei jungen Patienten. Bei Handverletzungen oder Tumoren an den Händen ist es ratsam, gleich einen Facharzt für Handchirurgie zurate zu ziehen, um Ihre Handnerven zu retten.

Welche wichtigen Nerven gibt es in der Hand und was bewirken sie?

Die drei wichtigsten Nerven sind der Nervus medianus (Mittelhandnerv), der Nervus radialis (Radialisnerv) und der Nervus ulnaris (Ellbogennerv). Diese drei Nerven versorgen sensibel und motorisch jeweils bestimmte Teile der Hand. Deshalb ist eine ungefähre Zuordnung bei lokalisierbaren Schmerzen oder Ausfallserscheinungen zu einem dieser Nerven möglich. Der Ort der Verletzung muss nicht unbedingt die Hand sein, um dort Schmerzen auszulösen. Verletzungen von Ellenbogen, Schulter sowie Ober- und Unterarm können ebenfalls Handschmerzen auslösen. Das hängt mit der Verflechtung der Nervenstränge von der Hand bis hin zum zentralen Nervensystem zusammen.

Nervus medianus (Mittelhandnerv)

Der N. Medianus verläuft durch den Karpaltunnel in die Hohlhand hinein und verzweigt sich dort in seine motorischen und sensiblen Äste. Die motorischen Nervenfasern versorgen die Daumenmuskeln und ermöglichen das Gegenüberstellen des Daumens zum kleinen Finger sowie das Beugen und Strecken beziehungsweise drehen des Daumens. Gleichzeitig versorgen die motorischen Nervenfasern des Mittelhandnervs die tiefe Beugemuskulatur von Mittelfinger und Zeigefinger.

Die sensiblen Äste des Nervs sind für die Versorgung der Innenfläche der Hand an der Daumenseite sowie den Mittel-und Zeigefinger zuständig. Dabei werden Berührungsreize und Tastempfindungen weitergeleitet. Ein alleiniges flexibles Versorgungsgebiet des Nervs bildet die Fingerkuppen von Zeigefinger und Mittelfinger. Bei einem Ausfall des N. Medianus kann der Patient keine Faust machen und nicht mehr nach einer Flasche greifen.

Nervus radialis (Radialisnerv)

Der Nervus radialis bildet die Fortsetzung der hinteren Nervenwurzeln des Armgeflechts und zieht an der Rückseite des Oberarmknochens entlang Richtung Ellenbeuge. Dort tritt er wieder nach vorne und läuft anschließend auf der Rückseite des Unterarms daumenseitig zur Hand. Am Daumen verzweigt er sich in seine sensiblen Endäste und versorgt sensibel den Daumen sowie Teile des Handrückens. Seine motorischen Äste geben bereits während ihres Verlaufes am Ober- und Unterarm Signale an die dortigen Muskeln ab.

Dadurch versorgt der Nervus radialis gleichermaßen die Strecker des Oberarms und die Streckmuskulatur des Daumens. Eine Verletzung dieses Nervs führt zu motorischen Ausfällen und Sensibilitätsstörungen wie der sogenannten Fallhand, da der Patient nicht mehr in der Lage ist, die Hand zu heben. Sie fällt einfach schlaff herunter. Besonders gefährdet ist der Nerv bei einem Oberarmbruch, da er dort dicht am Knochen verläuft.

Nervus ulnaris (Ellenbogennerv)

Der Nervus ulnaris zieht nach seinem Austreten aus dem Armgeflecht innen am Oberarm entlang, schlingt sich um den Ellbogenknochen und läuft anschließend auf der Seite des kleinen Fingers am Unterarm entlang bis zur Hand. Noch vor dem Retinaculum musculorum flexorum manus, einem Band aus straffem Bindegewebe im Handwurzelbereich der Innenhand oberhalb der Beugesehnen, spaltet sich der Handnerv in einen oberflächlichen und einen tiefen Ast. Neben den Muskeln im Unterarm versorgt der Nervus ulnaris einige Muskeln des Daumenballens und des Kleinfingerballens sowie den größten Teil der Mittelhand-Muskulatur.

Damit ermöglicht dieser Nerv mit seinen Verzweigungen das Schließen und Spreizen der Finger. Außerdem sorgt er für Sensibilität in der Haut des kleinen Fingers und in der Hälfte des daneben liegenden Ringfingers. Da der Nerv am Ellbogen sehr nah an der Oberfläche verläuft, macht er sich bereits bei einem leichten Stoß unangenehm bemerkbar. Er ist deshalb für das Phänomen des „Musikantenknochen“ verantwortlich. An der Hand zeigt sich ein Ausfall des Nervus ulnaris an der typischen Krallenhand.

Ursachen von Nervenverletzungen an den Händen

Die häufigste Ursache für Nervenschädigungen an der Hand sind Unfälle mit scharfen Messern, Glasscherben, Kreissägen oder Spaltwerkzeugen. Trotz aller Sorgfalt kann es auch bei Tumor-Operationen an der Hand zu Nervenläsionen kommen. Die Berührung von Stacheldraht kann ebenfalls zu Handverletzungen führen, genau wie Prellungen, Quetschungen und Erfrierungen. Strahlungseinwirkungen, Elektrounfälle, Verbrennungen und Unfälle mit Chemikalien ziehen in einigen Fällen auch Verletzungen der Handnerven nach sich.

Diagnosemöglichkeiten bei Nervenverletzungen an der Hand

Anhand der Funktionseinschränkungen an der Hand kann sich unser Spezialist für Handchirurgie in Berlin schon einen groben Überblick verschaffen, welche Nerven betroffen sind. Für die Feindiagnostik stehen eine ganze Reihe von modernen Hochleistungsgeräten zur Verfügung. Eine große Rolle spielt die Elektroneurographie, denn damit lässt sich die Läsionshöhe bestimmen. Mit der Elektromyographie kann unser Facharzt für Handchirurgie die Schädigung der Muskulatur im Bereich des betroffenen Nervs feststellen. Dieses Verfahren liefert wichtige Informationen für die nachfolgende OP.

Ein weiteres modernes Verfahren nennt sich Traktographie, das ist ein Magnetresonanztomographieverfahren mit sehr hoher Auflösung. Damit können funktionsfähige Nervenfasern in den peripheren Nerven dreidimensional und deutlich dargestellt werden. Das ist von großer Bedeutung, wenn ein Tumor an einer heiklen Stelle entfernt werden muss. Damit kann unser Spezialist erkennen, wo Faszikelgruppen den Tumor stoppen oder ob der Nerv durch diesen verdrängt wird. Um das Gleitvermögen eines Nervs zu beurteilen, kommt ein hochauflösender, dynamischer Ultraschall zum Einsatz.

Therapie zur Funktionswiederherstellung bei Nervenausfällen

An erster Stelle steht eine Operation, bei der unser Spezialist für Handchirurgie PD Dr. med. Andreas E. Steiert die verletzten Nerven vernäht beziehungsweise rekonstruiert. Das klingt zwar einfach, ist es jedoch nicht, denn unser Handchirurg hat sich in vielen Jahren die Kenntnisse und Fertigkeiten angeeignet, die äußerst dünnen Nervenfasern in der Hand zu orten und zusammenzufügen. Dazu gehört sehr viel Fingerspitzengefühl.

Nach der OP schließt sich eine längere Ergo- und Physiotherapie an, die den Nerv unterstützen soll, wieder vollständig zusammenzuwachsen. Es dauert einige Zeit und Geduld, bis die Funktionswiederherstellung bei Nervenausfällen abgeschlossen ist. Je früher Ihre Behandlung in der MEOCLINIC in Berlin beginnt, je besser sind Ihre Erfolgsaussichten.