intravitreale Injektionen bei AMD und retinalem Gefäßverschluss

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Einige Augenleiden und Augenerkrankungen lassen sich an der Netzhaut und ihren Fotorezeptoren (Sehzellen) oder an ihren unterstützenden Strukturen im hinteren Teil des Auges im Bereich der Makula lokalisieren. Zur medikamentösen Behandlung derartiger Erkrankungen besteht das grundsätzliche Problem, Arzneiwirkstoffe gezielt in den hinteren Bereich des Augapfels in die Netzhaut und die Unterstützungsstrukturen für die Netzhaut und die Fotorezeptoren zu verbringen. Das trifft unter anderem für die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) oder für Venenverschlüsse in der Netzhaut zu. Beide Verlaufsformen der AMD, die trockene und die feuchte AMD wie auch der Gefäßverschluss der Netzhaut, konzentrieren sich auf den vergleichsweise eng begrenzten Bereich der Makula. Unsere etwa 6 Millionen zapfenförmigen Fotorezeptoren für das Farbsehen sind in der Makula konzentriert, die wegen der gelblich erscheinenden Einlagerungen von Lutein auch als gelber Fleck bezeichnet wird. Der Durchmesser beträgt nur wenige Millimeter, ist aber für das gesamte zentrale Gesichtsfeld mit einem Konus von etwa 2 Grad verantwortlich.

Unter äußerst sterilen Bedingungen und unter lokaler Betäubung des Auges werden intravitreale Injektionen bei AMD und retinalem Gefäßverschluss mittels eines Einstichs in den Augapfel, also in den Glaskörper des Auges, durchgeführt. Wir sind uns bewusst, dass die Vorstellung eines Einstichs in das Auge bei einigen Patienten zunächst unangenehme Gefühle auslösen kann. Allerdings sind derartige Gefühle unbegründet, denn der Eingriff erfolgt schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten, birgt nur wenige Risiken und zeigt von allen bekannten Therapieformen die geringsten Nebenwirkungen.

Warum intravitreale Injektionen?

Die Verabreichung von Arzneiwirkstoffen bei AMD und bei Gefäßverschluss der Netzhaut dient in erster Linie dazu, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Symptome abzumildern. Bei der feuchten AMD und beim retinalen Gefäßverschluss geht es vor allem darum, die Gefäßneubildung in der Netzhaut zu blockieren. Damit wird verhindert, dass sich zu schwache Adermembranen bilden, die Flüssigkeit in die Netzhaut entlassen und zu Schädigungen der zapfenförmigen Farbsehzellen führen. Während die orale oder intravenöse Verabreichung einiger Arzneiwirkstoffe keinerlei Probleme aufwirft, ist es bei spezifisch wirksamen Substanzen wie es bei einigen Medikamenten der Fall ist, die beispielsweise die Gefäßneubildung unterdrücken, problematischer.

Wenn es wünschenswert ist, dass die in den Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe in bestimmter Konzentration an die Netzhaut und die unterstützenden Membranen gelangen sollen, funktioniert das nicht gut bei oraler oder intravenöser Verabreichung. Orale und intravenöse Einnahmeformen wirken systemisch. Durch den Blutkreislauf werden der oder die Wirkstoffe im gesamten Körper verteilt und jedes Organ und jedes Gewebe erhält einen Teil davon, auch wenn das nicht gewünscht ist. Die Netzhaut selbst bekommt nur einen winzigen Bruchteil der verabreichten Medikamente. Um die Netzhaut optimal zu versorgen, müsste mit sehr hohen – meist schädlichen – Dosen gearbeitet werden. Entsprechend hoch sind die Risiken für unerwünschte Nebenwirkungen. Die Spritze bei Makuladegeneration umgeht diese Art von Problemen. Der Spezialist und Augenarzt in unserer Klink kann mit der intravitrialen Injektion die Wirkstoffmenge, die die Netzhaut erreichen soll, genau dosieren. Andere Organe und Gewebe im Körper kommen dann mit der Substanz nicht in Berührung.

Intravitreale Injektionen bei AMD und retinalem Gefäßverschluss – wie ist der Ablauf?

Vor dem Eingriff durch eine intravitreale Injektion legen wir in unserer Klinik in Berlin großen Wert auf eine gut fundierte Diagnose des betreffenden Auges, um sicherzustellen, dass die geplante Behandlung sinnvoll und zielführend ist. Am Tag der Behandlung wird in das zu behandelnde Auge zunächst ein Mittel eingeträufelt, das die Pupille erweitert. Anschließend werden das Auge und seine unmittelbare Umgebung gereinigt und desinfiziert und danach mit Tropfen oder einem Gel betäubt. Zudem wird auch die Bindehaut sorgfältig desinfiziert. Der Ablauf der Behandlung sieht vor, dass unser Augenarzt das Medikament mit einer sehr feinen Kanüle seitlich außerhalb der Hornhaut in den Glaskörper spritzt. Das Medikament kommt ausschließlich den Strukturen zugute, die sich im Bereich der Makula befinden. Im Anschluss an die nur wenige Minuten dauernde Behandlung erhalten Sie einen leichten Augenverband mit einer kleinen Menge antibiotischer Salbe.

Die Behandlung findet ausschließlich in einem unserer steril gehaltenen OPs statt. Nach der Behandlung sollten Sie sich am gleichen Tag nicht ans Steuer eines Autos setzen. In der Regel wird die Behandlung gut vertragen. In