Parotidektomie / Entfernung Ohrspeicheldrüse

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Bei einer Parotidektomie wird die Ohrspeicheldrüse teilweise oder komplett entfernt. Der Grund dafür kann eine chronische Entzündung oder eine tumoröse Entartung sein.

Hintergründe

Die Ohrspeicheldrüse

Die Ohrspeicheldrüse (Parotis) ist die größte der Mundspeicheldrüsen. Sie befindet sich vor dem äußeren Ohr und verläuft bis zum Kieferwinkel. Dabei wird sie von der Fascia parotidea umhüllt, einem Bindegewebesack. Die Parotis setzt sich aus einem oberflächlichen und einem tiefen Anteil zusammen, zwischen denen der Gesichtsnerv verläuft.

Der Gesichtsnerv

Der Gesichtsnerv (Nervus Facialis) ist der siebte Hirnnerv und für die Innervation des Gesichts zuständig. Er zieht zwischen den Anteilen der Ohrspeicheldrüse hindurch in Richtung Gesicht und tritt am hinteren Unterkieferrand bis unmittelbar unter die Haut hervor. Dort bildet er unzählige Verästelungen, den “Fazialisfächer”. Die Gesichtshälften werden von je einem Nervus facialis innerviert.

Der Fazialisnerv verfügt über motorische, sensorische, sensible und parasympathische Anteile.

Die motorischen Anteile sind für die Muskelsteuerung zuständig, beispielsweise die Mimik und den Lidschluss. Daher führt eine Schädigung des Fazialisnervs zu einer “hängenden” Gesichtshälfte und der Unfähigkeit, das dort befindliche Auge zu schließen.

Die sensorischen Anteile werden für die Sinneswahrnehmung benötigt. Im Fall des Nervus facialis betreffen sie die Geschmacksknospen der vorderen zwei Drittel der Zunge.

Die sensiblen Anteile reagieren auf Schmerz- und Berührungsreize in der jeweiligen Gesichtshälfte und nehmen die Temperatur wahr.

Die parasympathischen Anteile sind für die Funktion der Ohrspeicheldrüse verantwortlich, indem sie die Speichelsekretion stimulieren.

Wann erfolgt eine Parotidektomie?

Entfernung Ohrspeicheldrüsentumor

Besonders häufig wird der Eingriff zur Entfernung eines Ohrspeicheldrüsentumors durchgeführt. Dabei handelt es sich meist um bösartige Geschwulste (Krebs) wie ein pleomorphes Adenom. Gutartige Geschwulste, die etwa 80 % aller Tumore ausmachen, müssen grundsätzlich ebenfalls entfernt werden, da sie ansonsten in vielen Fällen bösartig entarten.

Typisch für einen Ohrspeicheldrüsentumor ist eine Schwellung im entsprechenden Gesichtsbereich. In einigen Fällen hat die betroffene Person auch Schmerzen oder Lähmungserscheinungen in der betroffenen Gesichtshälfte.

Ohrspeicheldrüsenentzündung (Parotitis)

Eine entzündete Ohrspeicheldrüse führt neben einer sichtbaren Schwellung zu typischen Entzündungssymptomen wie Schmerzhaftigkeit, Druckempfindlichkeit, einer Rötung und Erwärmung des betroffenen Bereichs, einer Lymphknotenschwellung und, je nach Intensität, auch zu Fieber und Abgeschlagenheit. Außerdem ist eine Kieferklemme möglich.

Häufige Auslöser sind das Mumps-Virus und Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken, die aus einer anderen Körperregion über die Blutbahn in den Parotisbereich geschwemmt werden. Auch ein Flüssigkeitsmangel oder verstopfte Drüsenausführungsgänge fördern die Entwicklung entzündlicher Prozesse. Erzielt eine konservative Therapie keinen (dauerhaften) Erfolg, muss die Ohrspeicheldrüse meist entfernt werden.

Voruntersuchung in der Meoclinic Berlin

Zur Diagnosestellung beginnt unser Spezialist für HNO Heilkunde mit dem Abtasten des geschwollenen Gesichtsbereichs. Anschließend untersucht er den Gehörgang, den Mund und die Nase, um weitere mögliche Ursachen abzuklären und das Ausmaß der Problematik genauer beurteilen zu können.

Der Verdacht auf einen Tumor kann anhand einer Feinnadelbiopsie (Gewebeprobe) bestätigt werden. Im Falle einer Entzündung ist ein Eiterabstrich zur Erregerbestimmung angezeigt.

Um die Lage und das Ausmaß der Erkrankung genau beurteilen zu können, kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie, MRT) zum Einsatz.

Ablauf der Parotidektomie / Entfernung der Ohrspeicheldrüse

Die Entfernung eines Tumor der Ohrspeicheldrüse oder von entzündetem Gewebe wird in der Meoclinic Berlin durch einen Facharzt der HNO Heilkunde vorgenommen. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Je nach Umfang der Gewebeentfernung legt der Chirurg vor dem Wundverschluss eine sogenannte Redon-Drainage ein. Dabei handelt es sich um ein geschlossenes System aus einem Schlauch, der das Wundsekret durch einen leichten Unterdruck nach außen hin ableitet, und einer Kunststoffflasche, in der es aufgefangen wird.

Auf diese Weise wird einer Schwellung nach der Ohrspeicheldrüsen OP vorgebeugt.

Je nachdem, wie umfangreich der Eingriff ist, liegt für die Entfernung der Ohrspeicheldrüse die Dauer bei einer bis mehreren Stunden.

Der stationäre Aufenthalt nach der Entfernung eines Tumors der Ohrspeicheldrüse oder einer entzündeten Ohrspeicheldrüse beschränkt sich normalerweise auf eine Woche.

Sofern keine Schwellung nach der Ohrspeicheldrüsen OP entsteht, kann die Wunddrainage am zweiten Tag entfernt werden.

Bei einer Entfernung der Ohrspeicheldrüse sind Folgen wie eine Verletzung des Fazialisnervs möglich. Dieses Risiko kann durch ein gutes Fazialismonitoring und einen Facharzt für HNO Hei