Pleuritis

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Ist das Brustfell entzündet, nennen Mediziner dies Pleuritis. Da eine Brustfellentzündung zumeist eine Komplikation einer Grunderkrankung darstellt, muss der Arzt nicht nur die Entzündung des Brustfells erkennen, sondern auch die genaue Ursache identifizieren. Bei den Spezialisten aus der Pneumologie der MEOCLINIC Berlin sind Sie hierbei gut aufgehoben. Diese begleiten Sie aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung kompetent bei sämtlichen pulmonalen Erkrankungen.

Was ist eine Brustfellentzündung?

Sowohl die Oberfläche der Lunge als auch die Innenseite des Brustkorbs werden jeweils von einer dünnen Haut bedeckt. Das Lungenfell umhüllt die Oberfläche der Lunge, während das Rippenfell die Brustwand auskleidet. Beide Häute (auch Pleurablätter) sind durch eine Umschlagfalte miteinander verbunden und bilden zusammen das Brustfell (Pleura). Zwischen diesen beiden Pleurablättern befindet sich ein kleiner Zwischenraum – der sogenannte Pleuraspalt.

Bei einer Pleuritis liegt eine Entzündung des Brustfells vor. Auch wenn die Entzündung umgangssprachlich häufig als Lungenfell- oder Rippenfellentzündung bezeichnet wird, sind diese Bezeichnungen nicht ganz zutreffend. Denn bei der Erkrankung sind beide Pleurablätter, das gesamte Brustfell also, betroffen und es liegt sowohl eine Lungenfell- als auch eine Rippenfellentzündung vor. Daher ist die Bezeichnung Brustfellentzündung passender.

Die verschiedenen Formen und ihre Symptome

Unsere Experten unterscheiden zwischen einer trockenen (Pleuritis sicca) und einer feuchten Brustfellentzündung (Pleuritis exsudativa). Eine trockene Brustfellentzündung zeichnet sich vor allem durch einen atemabhängigen Brustschmerz aus. Dieser äußert sich in Form von scharfen, oftmals heftigen Bruststichen. Die Schmerzen sind hierbei beim Einatmen am stärksten ausgeprägt, während Sie beim Ausatmen keine oder nur geringe Schmerzen spüren. Daneben zeigen sich typischerweise Reizhusten ohne Auswurf und (seltener) Fieber.

Bei einer feuchten Brustfellentzündung hat sich zusätzlich im Pleuraspalt ein Erguss gebildet (Exsudation). Durch diesen ist eine feuchte Brustfellentzündung in aller Regel sehr viel weniger schmerzhaft. Dafür verspüren Sie ein Druckgefühl im Brustbereich, das in Abhängigkeit von der Ergussgröße unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Da sich Ihre Lunge nicht ausreichend ausdehnen kann, kommt es zudem zu Atemnot. Auch Schmerzen in der Schulter und Fieber werden häufig beobachtet.

Wird eine Entzündung des Brustfells nicht behandelt, können die Pleurablätter infolge der Entzündungsprozesse verkleben und narbige Verwachsungen – sogenannte Pleuraschwarten – bilden. In ausgeprägten Fällen kann es auch zu einer flächenartigen, scholligen Verkalkung (Kalzifikation) der Pleura kommen. Mediziner sprechen hier von einer Pleuritis calcarea (auch Panzerpleura). Diese schränkt die Atmung dauerhaft ein.

Wie eine Brustfellentzündung entsteht

Eine Brustfellentzündung tritt zumeist als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf. In vielen Fällen entzündet sich das Brustfell infolge eines Entzündungsgeschehens in benachbarten Organen und Strukturen wie der Lunge, dem Zwerchfell, dem Mittelfellraum (Mediastinum), der Speiseröhre oder der Brustwand. Sie ist daher häufig eine Komplikation:

  • bei Lungenentzündungen (Pneumonien) und Lungenabszessen
  • bei Lungeninfarkten (Komplikation der Lungenembolie)
  • bei Tuberkulose
  • bei Krebserkrankungen der Lunge oder der Pleura
  • bei Entzündungen und anderen krankhaften Prozessen im Bauchraum
  • bei Autoimmunerkrankungen (Autoimmunpleuritis bei Kollagenosen wie Systemischem Lupus erythematodes)
  • bei pleuranaher Vaskulitis (Gefäßentzündung)
  • bei rheumatischen Erkrankungen (u. a. rheumatoide Arthritis oder akutes rheumatisches Fieber)
  • bei gastrointestinalen Erkrankungen, (u. a. Pankreatitis/Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Abszessen unterhalb des Zwerchfell)
  • nach einem operativen Eingriff im Bauchraum
  • nach einer Verletzung

In seltenen Fällen kann es auch durch eine virale oder bakterielle Infektion zu einer isolierten Entzündung des Brustfells kommen. Eine virale Pleuritis wird in den meisten Fällen durch das Coxsackie-B-Virus, das grippeähnliche Symptome auslöst, verursacht.

Wie unser Spezialist die Brustfellentzündung erkennt

Zunächst wird unser Facharzt mit Ihnen in der Pneumologie unserer Klinik in Berlin ein ausführliches Anamnesegespräch führen. Anhand der von Ihnen beschriebenen Beschwerden wird sich ein erster Verdacht auf eine Brustfellentzündung stellen. Anschließend wird er Ihre Lunge mit einem Stethoskop abhören (Auskultation). Bei einer trockenen Brustfellentzündung reiben die Pleurablätter beim Ein- und Ausatmen aufeinander. Dadurch entsteht ein charakteristisches Reibegeräusch („Lederknarren“), anhand dessen unser Spezialist bereits die trockene Brustfellentzündung erkennen kann.

Da die Schmerzen und das typische Reibegeräusch mit der Entwicklung eines Pleuraergusses abnehmen, muss unser Spezialist zur genauen Diagnose einer feuchten Brustfellentzündung weitere Untersuchungen durchführen. Ein erster Verdacht auf das Vorliegen eines Pleuraergusses ergibt sich aus Ihrer Atmung. Diese ist bei einem Pleuraerguss oftmals schnell und oberflächlich. Bei der Auskultation hört unser Arzt zudem bei einem stärkeren Erguss ein hell-leises und kurz klingendes Geräusch (Klopfschalldämpfung) sowie eine Aufhebung des Atemgeräuschs.

Röntgenuntersuchung und Sonographie (Ultraschalluntersuchung)

Anschließend wird die Diagnose durch eine Röntgenuntersuchung der Lungen und/oder eine Ultraschalluntersuchung abgesichert. Im Röntgenbild kann unser Experte den Pleuraerguss sowie narbiges und verdicktes Gewebes (Pleuraschwarten) deutlich erkennen. Durch eine Ultraschalluntersuchung können zudem kleine Ergussmengen (unter 200 ml) nachgewiesen werden, die im Röntgenbild nicht eindeutig erfassbar sind.

Pleurapunktion

Auch eine Punktion des Pleuraergusses kann erforderlich werden. Hierbei entfernt unser Spezialist mithilfe einer Kanüle eine kleine Menge der Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt. Die gewonnene Flüssigkeit (Exsudat) wird anschließend genauer chemisch, mikroskopisch, zytologisch und bakteriologisch untersucht. Denn die Art des Pleuraergusses (eiweißreich oder -arm, blutig, eitrig) gibt unserem Facharzt Aufschluss über die Ursache des Pleuraergusses. Dieser wird in vielen Fällen ausgelöst durch eine Lungenentzündung, Lungenembolie, Linksherzschwäche oder bösartige Tumore.

Feststellung der Grunderkrankung

Da eine Brustfellentzündung in der Regel durch eine andere Erkrankung verursacht wird, muss unser Arzt auch diese feststellen. Konnte unser Spezialist beispielsweise bereits im Röntgenbild Hinweise auf eine zugrundeliegende Lungenerkrankung erkennen, wird er weitere Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung oder eine Computertomographie (CT) des Brustraum durchführen. Besteht ein Verdacht auf eine Tuberkulose oder eine Krebserkrankung kann darüber hinaus eine Thorakoskopie (endoskopische Untersuchung der Brusthöhle) und Pleurabiopsie (Entnahme von Gewebe aus dem Brustfell) erforderlich werden.

Die Therapieoptionen bei Brustfellentzündungen

Ist die Entzündung der Pleura die Folge einer anderen Erkrankung, behandelt unser Pneumologe zunächst einmal die auslösende Grunderkrankung. Daneben wird die Brustfellentzündung symptomatisch behandelt. Hierzu verschreibt Ihnen unser Experte ein Analgetikum zur Reduzierung der Entzündung sowie der Schmerzen. Bei einer bakteriell bedingten Brustfellentzündung wird unser Arzt zur Bekämpfung der Infektion ein Antibiotikum empfehlen. Eine virale Pleuritis klingt in aller Regel nach einigen Tagen eigenständig wieder ab. Bei Schmerzen kann unser Arzt auch hier ein Schmerzmittel verschreiben.

Liegt bei Ihnen ein Pleuraerguss vor, muss unser Pneumologe diesen eventuell zur Entlastung mehrmals punktieren oder über eine Drainage ablassen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Ihre Atmung stark beeinträchtigt ist. In seltenen Fällen kann der Pleuraerguss auch durch Entlastungspunktionen oder Drainagen nicht ausreichend kontrolliert werden. Hier kann eine sogenannte Pleurodese infrage kommen. Bei dieser bringt unser Facharzt sogenannte sklerosierende Substanzen (u. a. Tetracyclin, Talkum) in den Pleuraspalt ein. In der Folge verkleben und verwachsen die beiden Pleurablätter. Ein weiteres Eindringen von Flüssigkeit in den Spalt wird so verhindert.

Ist das Gewebe Ihres Brustfells stark vernarbt und weist eine ausgedehnte Schwartenbildung auf, können die geschädigten Gewebeareale c