Spondylodiszitis

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Bei der Spondylodiszitis handelt es sich um eine meist auf dem arteriellen Blutweg gestreute bakterielle eitrige Entzündung der Bandscheibe und der angrenzende Wirbelkörper.

Die Diagnosestellung erfolgt verzögert durchschnittlich nach ca. 8- 12 Wochen bei sehr unspezifischen Beschwerden (Rückenschmerzen).

Die Spondylodiszitis kann sich milde und langsam voranschreitend entwickeln, aber auch schwere Verläufe mit septischen Zuständen und / oder begleitenden epiduralen Abszesse, paravertebralen Abszesse, einer Instabilität (Wirbelgleiten/ segmentale Kyphosierung bei Bandscheibendestruktion und knöcherne Destruktion) und schwere neurologischen Ausfällen nehmen.

Kardinalsymptome der Spondylodiszitis

Heftige Rückenschmerzen (Instabilitätsschmerz) bei Stauchung der Wirbelsäule, bei Drehbewegung im Liegen und bei Wiederaufrichten aus gebückter Haltung.

Diagnostik

Labordiagnostik

  • erhöhte Entzündungswerte (CRP und Blutsenkungsgeschwindigkeit)
  • Erregernachweis (der Keimnachweis ist essentiell für den Erfolg der Therapie)

Bildgebende Diagnostik

  • Magnetresonanztomografie (MRT) ist die Methode der Wahl zur Darstellung der Spondylodiszitis
  • Computertomografie/ Röntgen (unspezifisch)

Therapie

Prinzipien der Behandlung

  • Antibiotische Behandlung des zugrunde liegenden pathogenen Keims nach Keimnachweis
  • Ruhigstellung des betroffenen Bewegungssegmentes (Rumpforthese, Stabilisierungs-Operation)
  • Dekompression (Entdeckeln) des Wirbelkanals bei neurologischen Defiziten assoziiert mit einer Abszessformation im Wirbelkanal (epiduraler Abszess)

Konservative Therapie

Der Keimnachweis ist essentiell vor Beginn der Antibiotikatherapie. Neben der Antibiotikagabe ist die Ruhigstellung (Rumpforthese, Korsett) des entzündeten Wirbelsäulenabschnittes ein wesentlicher Pfeiler der konservativen Therapie.

Operative Therapie

Eine absolute Operationsindikation stellen neurologische Ausfälle durch raumfordernde Abszesse in den Wirbelkanal oder hochgradige Deformitäten bei knöchernen Destruktionen der angrenzenden Wirbelkörper (segmentale Kyphosierung = Buckelbildung) dar.

Eine elektive Operationsindikation liegt bei den folgenden allgemein anerkannten Kriterien vor: bei mäßigen neurologischen Ausfällen und raumforderndem Abszess in den Wirbelkanal, bei hochgradiger Instabilität durch eine ausgeprägten Destruktionen der Bandscheibe/ Wirbelkörper ohne schwere neurologische Ausfälle und beim Versagen der konservativen Therapie.

Folgende Ziele der operativen Therapie werden häufig genannt:

Die Operation soll den betroffenen Wirbelsäulenbereich stabilisieren, zur Keimgewinnung und Sanierung/Debridement des Infektfokus sowie zur Abstützung der vorderen Säule dienen.

Schwere Spondylodiszitiden können durch die bereits erwähnte Antibiotikatherapie und den zusätzlichen Maßnahmen zur Ausheilung gebracht werden beim Erreichen einer knöchernen Fusion (Durchbauung).

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