Denervierung – Operation zur Schmerzlinderung

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Die Denervierung des Handgelenks und ihr Operationsprinzip

Bei der Denervierung oder Denervation werden die Nervenbahnen zwischen dem Gehirn und einem Organ oder Körperteil teilweise oder komplett unterbrochen, um chronische Schmerzen zu bekämpfen. Die Denervierung kommt in verschiedenen Anwendungsgebieten zum Einsatz. Auch die Handchirurgie greift auf die Methode zur Behandlung von Schmerzzuständen zurück.

Die Leitung sämtlicher Gefühle in Richtung Gehirn erfolgt durch Nervenfasern. Die Nerven sind individuell mit unterschiedlichen Fasern ausgestattet. Dadurch lassen sich spezielle Eindrücke vermitteln. In Richtung Peripherie des Körpers kommt es zur Aufteilung eines Nervs in mehrere Nervenäste. Durch einige dieser Äste werden u. a. Motorik oder Gefühle wie Schmerzen oder Temperaturen weitergeleitet.

Im Rahmen einer Handgelenkdenervation durchtrennt der Spezialist nur Nervenäste, die die Schmerzen an das Handgelenk weiterleiten. Ausgespart werden dagegen Nervenfasern zur Übermittlung von Motorik und Gefühlen. Der Patient braucht also nicht zu befürchten, dass es durch den chirurgischen Eingriff zu Gefühlsstörungen kommt. Wichtige Sinne wie das Oberflächentastgefühl in den Fingerspitzen oder die Beweglichkeit leiden nicht darunter.

In der heutigen Zeit zählen die Handgelenksdenervationen zu den Routineeingriffen der Handchirurgie. Jeder Handchirurg und Plastische Chirurg erhält standardmäßig eine entsprechende Ausbildung.

Wann ist eine Denervation des Handgelenks sinnvoll?

In den meisten Fällen findet eine Handgelenksdenervation statt, wenn der Patient unter einer fortgeschrittenen Arthrose am Handgelenk (Handgelenkverschleiss) leidet. Bemerkbar macht sich der Handgelenkverschleiss durch stark ausgeprägte Schmerzen in Alltag und Beruf. Verursacht wird eine Arthrose am Handgelenk in der Regel durch frühere Frakturen von Speiche oder Kahnbein, Bänderverletzungen des Handgelenks sowie durch erbliche Faktoren. Diese operative Behandlung von Schmerzzuständen ist jedoch erst dann angebracht, wenn keine andere Therapieoption zur Besserung der schmerzhaften Beschwerden führt.

Bestimmte konservative Maßnahmen wie das Anlegen einer Schiene sowie die regelmäßige Gabe von Schmerzmitteln sind der Handgelenkdenervierung unterlegen. So rufen die Arzneimittel oft Nebenwirkungen hervor und die Schiene schränkt die Beweglichkeit des Patienten ein.

Nicht selten stellt die Denervation des Handgelenks die letzte Therapiemöglichkeit vor einem Versteifungseingriff dar. Als sinnvoll gilt sie insbesondere für Berufstätige, die ihre Arbeit nicht mehr ausüben können. Weil nicht alle Nerven, die Schmerzen auslösen, durch die Handgelenkdenervierung durchtrennt oder isoliert werden können, lässt sich nicht immer eine vollständige Besserung der Schmerzen erzielen. Oft kommt es immerhin zu einer Schmerzlinderung, die bei rund zwei Dritteln der Patienten mehrere Wochen nach dem operativen Eingriff zu verspüren ist. Bei den meisten Patienten dauert die Schmerzlinderung einige Jahre an. Danach setzen wieder stärke Schmerzen ein.

Ein Nachteil der Handgelenkdenervation ist, dass sie die Ursachen der Arthrose nicht bekämpft. Auch gegen Bewegungseinschränkungen bleibt sie meist wirkungslos.

Denervation in der MEOCLINIC in Berlin

Die MEOCLINIC in Berlin bietet Möglichkeiten zur Diagnostik und operativen Behandlung von Schmerzzuständen, wie zum Beispiel durch Arthrose, an. Unsere Spezialisten für Handchirurgie und Neurochirurgie greifen auf modernste Diagnose- und Therapiemethoden wie zum Beispiel die Denervation zurück. Im Vorfeld wird durch unseren erfahrenen Facharzt eine genaue Expertise erstellt. Außerdem klären wir Sie über die Vorteile und möglichen Risiken der Denervierung auf.

Dabei lässt sich nicht nur eine Handgelenkdenervation, sondern auch eine Facettendenervierung an einem Facettengelenk (Zwischenwirbelgelenk) vornehmen.

Wie läuft eine Handgelenkdenervation ab?

Weil es sich bei der Handgelenkdenervation um ein kompliziertes Verfahren handelt, ist ein ausgeprägtes Feingefühl, über das unser Spezialist verfügt, notwendig. Nur durch ausreichende Erfahrung lassen sich Komplikationen wie Hautsensibilitätsstörungen vermeiden. Ob der Eingriff ambulant oder stationär stattfindet, hängt davon ab, ob der Patient unter Vorerkrankungen leidet. Eine stationäre Behandlung ist auch angebracht, wenn der Patient in den ersten 24 Stunden nach der Operation zuhause nicht versorgt werden kann oder er Arzneimittel zur Blutgerinnung einnimmt. Ansonsten kann die Operation ambulant erfolgen.

Vor dem Eingriff erhält der Patient eine Plexusanästhesie, bei der der gesamte Arm einer örtlichen Betäubung unterzogen wird. Wenn es der Patient wünscht, lässt sich aber auch eine Vollnarkose verabreichen. Im Rahmen des Verfahrens nimmt unser Facharzt einige kleine Schnitte von wenigen Zentimetern rund um das Handgelenk vor. Die Operation beschränkt sich auf das Unterhautgewebe, sodass das Gelenk nicht eröffnet zu werden braucht.

Im Anschluss an den Eingriff wird dem Patienten eine Schiene oder ein Gips zur Ruhigstellung des Handgelenks angelegt. Bis sich die Schmerzen spürbar bessern, dauert es meist vier Wochen.

Die Entfernung des Gipses erfolgt in unserer Praxis. Etwa 14 Tage später findet das Ziehen der Operationsfäden statt. Für 2 bis 8 Wochen erfolgen krankengymnastische Übungen, deren Dauer auch davon abhängt wie schnell sich der behandelte Arm wieder bewegen lässt.

Unser Experte der Handchirurgie