Lungenemphysem

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Der lebenswichtige Gasaustausch Kohlenstoffdioxid gegen Sauerstoff findet in den kleinsten funktionalen Einheiten der Lunge, den Lungenbläschen oder Alveolen statt. Ein Lungenemphysem (Blählunge) kündigt sich in der Vorstufe durch eine abnehmende Elastizität der Lungenbläschen an. Durch die einströmende Luft können sie aufgrund der verminderten Elastizität überdehnt werden und sogar platzen. Viele zerstörte Alveolen, die jeweils benachbart sind, können sich zu größeren Blasen (Emphysemblasen) zusammenschließen. Sie sind allerdings funktionslos und fallen beim Ausatmen tendenziell zusammen. Die Überblähung des funktionalen Lungengewebes engt die feinsten Einheiten der Bronchien, die Bronchiolen, ein, so dass beim Ausatmen ein Widerstand überwunden werden muss. Es bleibt dadurch immer mehr Restluft in der Lunge, die verhindert, dass beim erneuten Einatmen genügend frische Luft in die noch intakten Lungenbläschen einströmen kann. Die Folge ist eine langsam voranschreitende Unterversorgung des Bluts mit Sauerstoff.

Das Lungenemphysem ist keine Krankheit, die primär durch Krankheitserreger verursacht wird. Die überblähte Lunge tritt häufig als Begleiterscheinung anderer – meist obstruktiver – Erkrankungen der Atemwege auf. Sehr häufig wird ein Lungenemphysem im Zusammenhang mit der obstruktiven Atemwegserkrankung COPD diagnostiziert. Aufgrund der Irreversibilität der Schäden, die die Überdehnung der Alveolen verursacht, ist eine frühe Diagnose enorm wichtig. Die frühe Diagnose ermöglicht eine frühzeitige Therapie, die den Fortschritt der Erkrankung stark verlangsamt oder völlig stoppen kann.

Wie macht sich ein Lungenemphysem bemerkbar?

An erster Stelle der Lungenemphysem Symptome steht die häufige Luftnot und Kurzatmigkeit, besonders bei körperlicher Belastung. Wie bei obstruktiven Erkrankungen der Atemwege, bereitet besonders das Ausatmen Schwierigkeiten. Das scheint zunächst im Widerspruch damit zu stehen, dass die Lunge über das Normalmaß hinaus mit Luft angefüllt ist. Allerdings handelt es sich dabei um Restluft, von der sich beim Ausatmen immer mehr in den Lungenbläschen ansammelt. In fortgeschrittenem Stadium der Krankheit verändert sich die Brustmuskulatur verharrt in der Einatmungsstellung. Die Rippen verlaufen mehr und mehr horizontal, so dass der Brustkorb einen fassförmigen Eindruck erweckt, der auch als Fassthorax bezeichnet wird. Die suboptimale Versorgung des Bluts mit Sauerstoff führt zu Müdigkeit und Antriebsschwäche. Im fortgeschrittenen Stadium lässt sich die Sauerstoffarmut auch äußerlich an der Blaufärbung der Lippen (Zyanose) und anderer exponierter Körperstellen erkennen.

Lungenemphysem Symptome, die von außen nicht ohne weiteres sichtbar sind, bestehen in der Regel aus Folgeschäden wie Rechtsherz-Eutrophie und spätere Rechtsherz-Insuffizienz. Die mangelhafte Sauerstoffversorgung des Bluts versucht der Körper durch eine Forcierung des Lungenkreislaufs zu kompensieren. Das führt bei der rechten Herzkammer zu einer dauerhaft erhöhten Belastung und zu einer Verdickung der Herzmuskelwand, woraus sich eine Rechtsherz-Insuffizienz entwickelt.

Wie wird das Lungenemphysem diagnostiziert?

Da die meisten Lungenemphysem Symptome unspezifisch sind, ist es hilfreich, aus mehreren Untersuchungsmethoden die Ergebnisse sozusagen wie ein Puzzle zusammenzulegen. Die Pneumologie unserer Privatklinik in Berlin ist mit modernsten Diagnosemöglichkeiten ausgestattet. Beispielsweise stehen Tests wie die Spirometrie (kleiner Lungenfunktionstest), Bodyplethysmographie (großer Lungenfunktionstest), Blutgasanalysen und die Messung der Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität zur Verfügung. Bei Bedarf kommen auch bildgebende Verfahren wie eine Thorax-Röntgenaufnahme und eine Computertomographie (CT) der Lunge zum Einsatz. Jeder Spezialist und jeder Facharzt in der Pneumologie unserer Klinik ist bestens mit der Technik der Diagnosegeräte vertraut und verfügt über große Erfahrung im Bereich Diagnose.

In bestimmten Fällen ist die Prüfung auf einen eventuell vorliegenden Alpha-1-Antitrypsinmangel wichtig, der ursächlich für die Entwicklung des Lungenemphysems verantwortlich sein könnte. Das Alpha-1-Antitrypsin ist ein wichtiger Hemmstoff für bestimmte Elastasen, die spezifische, elastinähnliche Proteine bei Krankheitserregern abbauen. Die Elastasen, die als wertvolle Immunantwort bei Infektionen dienen, haben den Nachteil, dass sie die gleichen elastinähnlichen Proteine auch in funktionalen Leberzellen und vor allem in den Lungenbläschen abbauen, die dadurch ihre Elastizität einbüßen. Um diesen Abbau zu begrenzen, setzt der Stoffwechsel das Alpha-1-Antitrypsin als Hemmer und Inhibitor der Elastasen entgegen. Ein Mangel dieses spezifischen Enzyms beruht fast ausschließlich auf einer bekannten Genmutation, die autosomal, rezessiv vererbt wird. Ein Mangel deutet immer auf eine bereits bestehende oder auf eine sich entwickelnde Blählunge hin.

Lungenemphysem Ursachen

Die Lungenkrankheit ist immer mit einem Elastizitätsverlust eines Teils der Lungenbläschen verbunden. Die Ursachen für die Erkrankung sind deshalb in den Faktoren zu suchen, die zu einem Abbau der elastinähnlichen Proteine in den Membranen der Lungenbläschen führen. Aus wissenschaftlicher Sicht machen den weitaus größten Teil der Lungenemphysem Ursachen das Rauchen und inhalierte Substanzen, die den Atemweg reizen. Zu derartigen Substanzen gehören beispielsweise quarzhaltiger Staub, Baumwoll- und Getreidestaub und Gase wie Ozon und Chlorgas. Rauchen führt zu chronischen Entzündungsprozessen in den Alveolen und stimuliert das Immunsystem zur Produktion von Elastasen, die auch die eigenen Gewebe in Lunge und Leber angreifen, wenn der Körper dem nicht Alpha-1-Trypsin in ausreichender Menge entgegensetzen kann.

Die Lungenemphysem Therapie richtet sich nach den Ursachen und nach objektiven Befunden

Obwohl diese Art der Lungenerkrankung nicht geheilt werden kann, steht ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Behandlungen sind zum Teil auf die besondere Mitarbeit des Patienten angewiesen. Falls die Erkrankung durch das nachhaltige Einatmen von Reizstoffen verursacht wurde, sollten Raucher beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, um die Erkrankung auf dem derzeitigen Level zu halten. Ähnlich wie die Behandlung von COPD fußt die medikamentenbasierte Lungenemphysem Therapie im Wesentlichen auf langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika, Anticholinergika und Kortikosteroiden. Alle Medikamente können mittels speziellem Inhalator inhaliert werden. Damit ist gewährleistet, dass die Wirkstoffe möglichst direkt an ihren gewünschten Wirkort transportiert und systemische Nebenwirkungen minimiert werden. Beta-2-Sympathomimetika stimulieren die Ausschüttung von Stresshormonen. Tendenziell werden dadurch die Bronchien geweitet und die Atmung unterstützt.

Falls die Erkrankung durch einen „geerbten“ Alpha-1-Amntitrypsinmangel“ hervorgerufen wurde, stehen Alpha-1-Antitrypsin-Substitute zur Verfügung, die in der Regel intravenös verabreicht werden, da das Mittel in mehreren betroffenen Organen systemisch wirken muss. Als weitere unterstützende Maßnahmen stehen eine Sauerstofftherapie und eine Atemtherapie zur Wahl, die die aktive Mitarbeit des Patienten erfordern. Es handelt sich dabei um gezieltes Bauchmuskeltraining.