Erkrankungen der Nebenniere

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Beide Nieren des Menschen tragen an ihrem oberen Ende je eine Nebenniere. Das Organ ist etwa 3 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit. Der Funktion nach handelt es sich um eine endokrine Drüse, die in ihrem äußeren Bereich, der Nebennierenrinde, eine Reihe von Steroidhormonen aus der Gruppe der Glukokortikoide, der Mineralokortikoide und der Androgene, die der Stoffwechsel in das Geschlechtshormon Testosteron umwandelt. Als Ausgangsstoff für die Produktion der Steroidhormone dient Cholesterin.

Unterhalb der Nebennierenrinde schließt sich das Nebennierenmark an. Es gehört strenggenommen nicht zur Nebenniere, sondern ist Teil des sympathischen Nervensystems (Sympathikus). In Gefahrensituationen oder vermeintlichen Gefahrensituationen wird der Körper durch Stresshormone mit einer Vielzahl abgestimmter physiologischer Vorgänge auf kurzfristige Höchstleistungen vorbereitet wie sie bei Flucht oder Angriff hilfreich sind. Unter anderem werden Blutdruck und Herzfrequenz gesteigert, der Blutzuckerspiegel erhöht und die Atemwege erweitert. Folgerichtig produziert die Nebenniere in ihrem Mark die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Diese sogenannten Katecholamine werden in den Zellen in winzigen Granulaten gespeichert und inaktiv gehalten, können aber in extrem kurzer Reaktionszeit aktiviert und ins Blut abgegeben werden.

Die Hormonsekretion der Nebennieren wird hauptsächlich durch das adrenokortikotrope Hormon (ACTH) der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert und dieses wiederum vom Corticotropin-Releasing-Hormone (CRH) des Hypothalamus. Erkrankungen der Nebennieren können sich durch ein Zuviel bestimmter Hormone oder ein Zuwenig dieser Hormone manifestieren, wobei die Ursache nicht immer in den Nebennieren selbst liegt, sondern auch in einer Störung der Hormonsekretion von Hypophyse oder Hypothalamus begründet sein kann.

Wie machen sich die wichtigsten Erkrankungen der Nebennierenrinde bemerkbar?

Erkrankungen der Nebenniere und der Nebennierenrinde manifestieren sich entweder durch eine Unterfunktion, eine Nebennierenrindeninsuffizienz, oder durch eine Überproduktion der Hormone. Von der Nebenniereninsuffizienz sind meist alle Hormone der Nebennierenrinde gleichermaßen betroffen. Bei der Überproduktion ist in der Regel immer nur ein bestimmtes Hormon oder eine Hormongruppe betroffen, so dass auch die Symptome je nach betroffenem Hormon sehr unterschiedlich sind.

In der Endokrinologie und Nephrologie der MEOCLINIC im Herzen von Berlin unterscheiden wir zwischen einer primären und einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz. Die Ursachen für die primäre Insuffizienz liegen im Organ selbst. Die hormonproduzierenden Zellen können durch Autoimmunreaktionen, durch Krankheiten wie Tuberkulose oder durch einen Tumor zerstört werden. Der Endokrinologe oder Nephrologe spricht dann von einem Morbus Addison. Eine sekundäre Insuffizienz liegt vor, wenn die Hypophyse und der Hypothalamus aufgrund einer Entzündung, eines Tumors oder nach einer Strahlentherapie vorübergehend oder permanent nicht mehr genügend Steuerhormone CRH und ACTH ausschütten können. Die Nebennierenrinde bekommt dann keinen Anreiz, ihre Hormone zu produzieren und bleibt weitestgehend inaktiv. Durch den sich in der Folge einstellenden Kortisolmangel treten Symptome wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie Ausbleiben der Monatsblutung bei Frauen und niedriger Blutdruck ein. Bei einer plötzlichen Stresssituation kann es zu einer lebensbedrohlichen „Addison-Krise“ kommen. Die Krise wird von starkem Blutdruckabfall, Schock, Erbrechen und Durchfall begleitet.

Warum produziert die Nebennierenrinde zu viel Kortisol?

Übersteigt die Konzentration an Kortisol dauerhaft die Normwerte, liegt meist eine Überproduktion der Nebennierenrinde vor. Die Ursachen liegen häufig in der Hirnanhangdrüse oder im Hypothalamus, weil ein Tumor oder eine andere Erkrankung eine überhöhte Ausschüttung der Steuerhormone ACTH oder CRH bedingt. Die Nebennierenrinde erhält dadurch den ständigen Reiz, Kortisol zu produzieren. Eine andere Ursache für die Überproduktion kann in der Nebennierenrinde selbst liegen. Ein Tumor (meist gutartig), der sich aus einer Drüsenzelle entwickelt, kann autonom Kortisol produzieren unter Ignorierung der Steuerhormone. Unbehandelt verursacht die Überproduktion den Morbus Cushing. Typische Symptome sind eine unerklärliche Gewichtszunahme durch Fettansammlungen im Bauchbereich, eine schlechte Wundheilung, häufige blaue Flecken, Muskelabbau sowie depressive Stimmungen. Als Sekundärschaden kann sich Diabetes und Bluthochdruck entwickeln.

Was passiert bei einer Überproduktion von Aldosteron?

Aldosteron gehört zu den Mineralokortikoiden. Es wird von spezialisierten Zellen der Nebennierenrinde produziert. Seine Ausschüttung wird dabei ähnlich wie das Kortisol von den Steuerhormonen ACTH und CRH geregelt. Das Hormon hat großen Einfluss auf einen Teil des Elektrolythaushalts. Es hemmt die Ausscheidung von Natrium in den Nieren und fördert die Ausscheidung von Kalium. Ein Zuviel des Hormons macht sich deshalb meist durch eine niedrige Kaliumkonzentration im Blut bemerkbar. Die Überproduktion des Hormons wird auch als Hyperaldosteronismus oder Conn-Syndrom bezeichnet. Unbehandelt stellen sich Symptome wie Bluthochdruck, Muskelschwäche, Verstopfung, häufiges Wasserlassen und ständiger Durst ein. Die Ursachen der übersteigerten Produktion von Aldosteron liegen in der Nebennierenrinde selbst, wenn sich die sezernierenden Z