Schilddrüsenkarzinome

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Die Schilddrüse (Thyroidea) befindet sich vor der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes und ist im gesunden Zustand von außen nicht sichtbar. Das Organ wird als endokrin bezeichnet, weil es unter anderem die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) produziert und direkt in den Blutkreislauf entlässt. Die Hormone leisten einen bedeutenden Betrag im Energiestoffwechsel und im Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Falls das Organ aufgrund einer nicht heilbaren Erkrankung entfernt wird, muss das Schilddrüsenhormon lebenslang in genau abgestimmter Dosierung durch die Einnahme von Thyroxin substituiert werden.

Die Schilddrüse kann an vier verschiedenen Krebsarten erkranken. Die weitaus häufigste Form ist mit etwa 60 Prozent der Fälle ein papilläres Schilddrüsenkarzinom mit Lymphknotenmetastasen. Ein follikuläres Schilddrüsenkarzinom ist mit etwa 30 Prozent die zweithäufigste Krebsart. Ein anaplastisches Schilddrüsenkarzinom und ein medulläres Schilddrüsenkarzinom kommen hingegen sehr selten vor. Die einzelnen Arten der Schilddrüsenkarzinome erfordern zum Teil unterschiedliche Behandlungen und bieten unterschiedliche Chancen zur Heilung.

Symptome und Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung

Gutartige Schilddrüsenerkrankungen sind relativ häufig und in vielen Fällen recht harmlos. Auftretende Schilddrüsenkrebs Symptome wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit und häufiger Hustenreiz lassen noch keine Differenzierung zwischen einer der häufig gutartigen und einer der seltenen Krebserkrankungen zu. Als eines der wichtigsten Alarmzeichen für ein mögliches Schilddrüsenkarzinom ist ein tastbarer, innerhalb weniger Wochen schnell wachsender Knoten in der Schilddrüse. Langsam wachsende Knoten, die sich größtenteils als autonom produzierende Adenome herausstellen, sind in der Regel nicht krebsverdächtig.

Auch ungewöhnlich hohe oder niedrige Konzentrationen der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin im Blut sowie des Steuerhormons TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), die auf eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, lassen noch keine belastbare Diagnose zu, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Erkrankung der Schilddrüse handelt. Falls allerdings auch die Lymphknoten am Hals Schwellungen aufweisen, sollten sich zur Abklärung weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder eventuell eine Szintigrafie anschließen. Die nuklearmedizinische Szintigrafie gibt Aufschluss darüber, ob vorhandene Knoten aktiv, also warm oder heiß sind und Hormone produzieren oder ob es sich um einen oder mehrere sogenannte kalte Knoten handelt, die auf einen Schilddrüsentumor hindeuten könnten. Je früher ein Schilddrüsenkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es keine spezifischen Schilddrüsenkrebs Symptome, wohl aber Verdacht erregende Indikationen für das eventuelle Vorliegen eines Schilddrüsenkarzinoms gibt.

Schilddrüsenkrebs Behandlung in der Chirurgie zur vollständigen Entfernung oder eines Teilgewebes der Schilddrüse

Wenn ein papilläres Schilddrüsenkarzinom mit Lymphknotenmetastasen oder ein follikuläres Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wurde, wird unser Schilddrüsen-Spezialist unserer Privatklinik mitten in Berlin mit dem Patienten zusammen erörtern, ob die Schilddrüse komplett entfernt werden soll oder nur das Krebsgewebe herausgeschnitten werden soll. Die Teilresektion kommt immer dann in Frage, wenn die Schilddrüsenkarzinome nicht größer als 1,5 Zentimeter sind und in den umliegenden Lymphknoten nicht von Metastasen besetzt wurden. Nach der Teilentfernung des erkrankten Schilddrüsengewebes besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich die Schilddrüse wieder erholt und nach wenigen Wochen das verbliebene funktionale Gewebe die Hormonproduktion in ausreichendem Maße wieder aufnimmt, so dass die sonst notwendige lebenslange Substitution der Hormone durch künstliches Thyroxin entfällt. In beiden Fällen schließt sich an die Behandlung in der Chirurgie in der Fachabteilung Endokrine Chirurgie / Schilddrüsenchirurgie eine nuklearmedizinische Radiojodtherapie an. Es handelt sich dabei um Einnahme eines schwach radioaktiven Natriumiodids, das von den hormonproduzierenden Zellen gerne aufgenommen wird. Die leicht radioaktiven Natriumioditmoleküle wirken in der Zelle als Betastrahler, was die Zellen zur Selbstzerstörung in Form des programmierten Zelltods (Apoptose) anregt. Der große Vorteil der Radiojodtherapie zur Nachsorge einer Schilddrüsenkrebs Behandlung besteht darin, dass auch kleinste Metastasen von dem radioaktiven Jod erreicht und abgetötet werden.

Die Radiojodtherapie ist ungeeignet für ein medulläres Schilddrüsenkarzinom

Ein sehr seltener Schilddrüsenkrebs ist das medulläre Schilddrüsenkarzinom. Es handelt sich um einen sogenannten C-Zell-Tumor, der aus entarteten C-Zellen entsteht. Die C-Zellen befinden sich in der Schilddrüse im Bindegewebe außerhalb der Thyroxin produzierenden Drüsenfollikel. Die C-Zellen produzieren das Hormon Calcitonin. Es ist der Antagonist Gegenspieler des Parathormons, das von den Nebenschilddrüsen produziert wird. Da Calcitonin kein Jod enthält, schlägt die Radiojodtherapie bei entarteten C-Zellen nicht an. Die nuklearmedizinische Radiojodtherapie setzt voraus, dass die Zellen radioaktives Jod aufnehmen. Wie auch bei anderen Krebsarten sollte bei einem medullären Schilddrüsenkarzinom die gesamte Schilddrüse entfernt werden, um sicher zu stellen, dass keine erkrankten C-Zellen im Körper verbleiben. Nach der vollständigen Thyreoidektomie muss auch in diesem Fall die tägliche Zufuhr von künstlichem Thyroxin so ausbalanciert werden, dass weder Symptome einer Schilddrüsenüber- noch einer Schilddrüsenunterfunktion erkennbar sind. Eine gute Thyroxineinstellung ist erreicht, wenn sich der TSH-Wert innerhalb des Normbereichs bewegt.

Ein anaplastisches Schilddrüsenkarzinom erfordert eine Sonderbehandlung

Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom ist sehr selten, wird aber leider auch von einer schlechten Prognose begleitet, weil es sich um einen sehr aggressiven Krebs handelt. Weniger als 2 Prozent aller Schilddrüsenkarzinome werden dem anaplastischen Schilddrüsenkrebs zugeordnet. Erfahrungsgemäß spricht der Tumor nicht gut auf einzelne Behandlungsmethoden an. Die Fachärzte in unserer Fachabteilung Endokrine Chirurgie / Schilddrüsenchirurgie empfehlen deshalb eine multimodale Therapie, die aus einer Kombination von Chirurgie, Chemo- und Radiojodtherapie besteht. Es muss vor allem darauf geachtet werden, dass das aggressive Wachstum des anaplastischen Krebses weder die Luft- noch die Speiseröhre blockieren kann und auch keine wichtigen Blutgefäße oder Muskelpartien abklemmt.