Spondylolisthese

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Der Begriff leitet sich aus dem griechischen „Spondylos“ (Wirbel) und „Olisthese“ (Gleiten) ab. Die Verschiebung zwischen Wirbeln im seitlichen Profil. Das vollständige Abgleiten über die Vorderkante des Nachbarwirbels wird als Spondyloptose bezeichnet.

Es handelt sich bei der Spondylolisthese um eine Deformität unterschiedlicher Ursache und Erscheinungsform. Ursachen können angeborene Veränderungen, Frakturen (Ermüdungsfrakturen) des Pars interarticularis oder verschleißbedingte Veränderungen sein.

Für bestimmte Formen ist auch eine genetische Disposition nachgewiesen.

Von Meyerding wurde die Spondylolisthese nach dem Ausmaß des Gleitens eingeteilt. Von praktischer Bedeutung sind im Wesentlichen drei Formen der Spondylolisthese: die dysplastische, die lytische und die degenerative Spondylolisthese.

Dysplastische Spondylolisthese

Die dysplastische Spondylolisthese ist eine der häufigsten Ursachen kindlicher Kreuzschmerzen. Sie kann bei geringer Ausprägung zunächst vollkommen beschwerdefrei bleiben. Bei der Zunahme der Deformität treten belastungsabhängige Schmerzen im lumbosakralen (Lendenwirbelsäulen-Kreuzbein) Übergang mit Strahlung der Schmerzen ins Gesäß und die Oberschenkel. Zusätzlich können die Kinder an nervenwurzel-assoziierten Beschwerden (L5) leiden.

Diagnostik

  • Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule mit seitlichem Profil
  • Funktionsaufnahmen (Traktionsaufnahmen)
  • Computer- und Magnetresonanztomografie

Therapie

Konservative Therapie

„Wait and Watch“- Beobachten und /oder konservative Therapie sind nur bei gering ausgeprägten Formen ohne Verschlechterungstendenz und ohne Beeinträchtigung des seitlichen Profils indiziert. Physiotherapeutische Maßnahmen insbesondere stabilisierende Krankengymnastik

Operative Therapie

Die Indikation zur operativen Therapie besteht bei:

  • hochgradige dysplastische Form
  • wesentliche Beeinträchtigung des seitlichen Profils
  • Zunahme der Deformität (Wirbelgleiten)
  • persistierende Beschwerden

Ziel der Operation ist die gestörte Statik zu korrigieren, das Wirbelgleiten zu beheben und die Voraussetzung für eine Fusion (Spondylodese häufig zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und dem 1. Sakralwirbelkörper (Kreuzbein) mit Bandscheibenersatz) zu schaffen.

Spondylolyse, lytische Spondylolisthese

Die lytische Spondylolisthese zeichnet sich aus durch einen Defekt bzw. eine Unterbrechung der Pars interarticularis (Verbindung zwischen zwei Wirbelgelenken). Bei Sportlern wie Sperrwerfern, Ringern, Ruderern und Kunstturnerinnen sind Häufigkeiten von Spondylolysen (lytisches Wirbelgleiten) bis über 40% nachgewiesen.

Diese Unterbrechung entsteht sehr wahrscheinlich als Folge wiederkehrender Mikrotraumata bei einem ausgeprägten Hohlkreuz der Lendenwirbelsäule und einer Rotation auf.

Führendes Symptom der Spondylolyse bzw. der lytischen Spondylolisthese ist der belastungsabhängige Kreuzschmerz. Neurologische Ausfälle sind selten mit der lytischen Spondylolisthese vergesellschaftet.

Diagnostik

  • Konventionelle Röntgenaufnahmen Lendenwirbelsäule
  • Röntgen-Schrägaufnahmen der Lendenwirbelsäule
  • Computer- und Magnettomografie der Lendenwirbelsäule

Therapie

Konservative Therapie

Bei fehlendender Symptomatik ist die stabilisierende Krankengymnastik und Muskelaufbautraining die Therapie der 1. Wahl. Bei Kindern besteht die Möglichkeit, eine Spondylolyse durch Ruhigstellung (Gipskorsett, Korsett) zur Ausheilung zu bringen.

Operative Therapie

  • direkte Verschraubung der Spondylolyse
  • Fusions-Operation (Spondylodese mit Bandscheibenersatz) bei neurologischen Ausfällen, zunehmender Deformität und persistierenden Beschwerden

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