Behandlung der Makuladegeneration

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Welche Aufgaben übernimmt die Makula im menschlichen Auge?

Mit Makula oder Macula wird in der Augenheilkunde ein kleines Areal von 3 bis 5 Millimeter Durchmesser im zentralen hinteren Bereich der Netzhaut bezeichnet. Synonym wird die Makula auch gelber Fleck (Macula lutea) genannt, weil die Netzhaut in diesem kleinen Areal gelblich erscheinende Pigmente wie Lutein und Zeaxanthin eingelagert hat. Im Zentrum des gelben Flecks befindet sich die Sehgrube (Fovea centralis) mit einem Durchmesser von nur etwa 1,8 Millimeter. Er befindet sich genau in dem Bereich der Sehachse. Nahezu alle 6 bis 7 Millionen zapfenförmigen Sehzellen, über die das menschliche Auge verfügt, sind im Bereich der Sehgrube konzentriert und ermöglichen uns scharfes Sehen und das Farbsehen. Weitere 110 bis 120 Millionen stäbchenförmige Sehzellen mit hoher Lichtempfindlichkeit, aber ohne Farbsehtauglichkeit, befinden sich außerhalb des gelben Flecks. Sie sind für das unscharfe, aber hochlichtempfindliche periphere Sehen verantwortlich. Hochaufgelöstes Farbsehen findet ausschließlich im Bereich der Makula statt, also im zentralen Blickfeld mit einem Öffnungswinkel von etwa 2 Grad.

Was ist eine Makuladegeneration

Unter dem Begriff Makuladegeneration werden in der Augenheilkunde Erkrankungen zusammengefasst, die zu einer Funktionsbeeinträchtigung der Netzhaut im Bereich der Makula oder gelben Flecks führen. Die Makuladegeneration zählt deshalb zu den Netzhauterkrankungen. Eine Funktionsbeeinträchtigung der Makula bedeutet gleichzeitig eine Beeinträchtigung des zentralen Sehens, weil das Sehen hochaufgelöster Farbbilder ausschließlich über das zentrale Sehen möglich ist. Die weitaus häufigste Form der Erkrankung ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Das Risiko an AMD zu erkranken nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab etwa 65 Jahre deutlich zu. Frauen und Männer sind in etwa gleich häufig betroffen. Das Risiko, an der AMD zu erkranken wird bei über 85-Jährigen auf 11 bis 18 Prozent geschätzt.

Grundsätzlich unterscheidet die Augenheilkunde zwischen trockener und feuchter AMD. Die trockene AMD ist mit etwa 80 Prozent der Erkrankungen wesentlich häufiger als die feuchte AMD. Allerdings ist der Verlauf der feuchten AMD progressiver und führt bei Nichtbehandlung sehr viel häufiger zu Erblindungen.

Makuladegeneration Symptome und auftretende Beschwerden

Die Makuladegeneration kündigt sich zunächst durch eine Reihe relativ unspezifischer Symptome an. Es entsteht meist ein Bedürfnis nach hellem Licht beim Lesen oder bei handwerklich feinen Arbeiten, und die Gewöhnung an eine relativ spärliche Beleuchtung wie sie häufig in Restaurants anzutreffen sind, fällt zunehmend schwer. Mit Fortschreiten der Erkrankung kann es zu Schwierigkeiten im zentralen Blickfeld kommen. Beispielsweise fällt das Lesen zunehmend schwer, weil die Schrift nur noch mit Mühe erkannt werden kann. Das Schriftbild verschwimmt und Gesichter werden nicht mehr gut erkannt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können schwarze oder graue Flecken im zentralen Gesichtsfeld auftauchen und gerade Linien erscheinen verzerrt. Das Farbsehvermögen lässt mehr und mehr nach. Die Adaption der Augen an wechselnde Lichtverhältnisse ist erschwert. Unbehandelt kann die Makuladegeneration, ausgehend vom zentralen Gesichtsfeld zur Erblindung führen. Die feuchte Makuladegeneration schreitet progressiver voran als die trockene Form der Erkrankung. Die Netzhauterkrankung kann eines oder beide Augen betreffen. Falls nur ein Auge betroffen ist, werden aufkommende Symptome nur selten wahrgenommen, weil unser Gehirn die erstaunliche Fähigkeit besitzt, Sehschwächen eines Auges durch das andere (gesunde) Auge zu kompensieren.

Wie kommt es zur Ausbildung einer Makuladegeneration?

Die Versorgung der stäbchen- und der zapfenförmigen Sehzellen (Fotorezeptoren) mit Sauerstoff und Nährstoffen und der Abtransport von Stoffwechselprodukten erfolgt durch unterstützende Strukturen wie das retinale Pigmentepithel (RPE), die Bruch’sche Membran und die Aderhaut. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Ablagerung von sogenannten Drusen im retinalen Pigmentepithel. Es handelt sich dabei meist um Lipofuszin, einem Stoffwechselprodukt, das bei der Regenerierung der zapfenförmigen Fotorezeptoren im Bereich des gelben Flecks entsteht und nicht mehr ordnungsgemäß vollständig von der RPE abtransportiert wird. Parallel zu den Ablagerungen kommt es zu leichten Durchblutungsstörungen der Aderhaut, so dass Versorgung und Entsorgung der empfindlichen Fotorezeptoren nicht mehr optimal funktionieren. Nach und nach sterben die Zapfen ab und bewirken die beschriebenen Symptome. Die feuchte Makuladegeneration zeichnet sich zusätzlich durch die Bildung neuer, winziger Blutgefäße in der Aderhaut aus (choroidale Neovaskularisation), um die mangelhafte Sauerstoffversorgung der Sehzellen zu kompensieren. Leider bewirkt dieser vom Körper veranlasste Reparaturmechanismus das Gegenteil. Die Wände der neugebildeten Gefäße sind instabil und zum Teil durchlässig, so dass ständig Flüssigkeit austritt und zu partiellen Netzhautablösungen führt. Das eigentliche Problem wird dadurch verstärkt. Der Grad der Gefäßneubildung lässt sich in unserer Privaten Augenarztpraxis in Berlin mittels Fluoreszenzangiographie nachweisen.

Was sind die Hauptrisikofaktoren für die Ausbildung einer Makuladegeneration?

Neben dem höheren Lebensalter als einer der „Hauptrisikofaktoren“ für eine AMD, gilt auch Rauchen als wichtiger Risikofaktor. Weitere Faktoren, die zu einer AMD führen können, sind eine starke Kurzsichtigkeit, infektiöse Entzündungen am Auge oder toxische Einflüsse durch Medikamente wie Chloroquin, das als Malariaprophylaxe dient. Auch eine familiäre Häufung dieser Art von Netzhauterkrankungen kann eine Rolle spielen und auf eine gewisse genetische Disposition als Risikofaktor hindeuten.

Wie kann die Makuladegeneration diagnostiziert werden?

Makuladegeneration Symptome sind zu Beginn der Erkrankung nur wenig ausgeprägt und werden deshalb häufig nicht bemerkt oder nicht beachtet. Umso wichtiger ist es, bereits bei einem ersten Verdacht einen unserer Fachärzte zu konsultieren. Wir verfügen über moderne, objektive Diagnosetools, die eine AMD auch im Anfangsstadium sicher diagnostizieren und von anderen Netzhauterkrankungen wie die diabetische Retinopathie unterscheiden können. Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Netzhauterkrankungen ist wichtig, um eine gezielte Therapie durchführen zu können. Beispielsweise unterscheidet sich die Diabetische Retinopathie hinsichtlich der Behandlung von der Makuladegeneration, obwohl sich die Anfangssymptome beider Erkrankungen ähneln.

Ein wichtiges, bildgebendes Diagnoseverfahren, das in unserer Privaten Augenarztpraxis in Berlin von erfahrenen Spezialisten eingesetzt wird, ist die optische Kohärenztomographie (OCT). Sie funktioniert ähnlich wie ein Ultraschall, bei dem der Ultraschall durch einen Laser ersetzt ist. Die optische Kohärenztomographie erlaubt die Sichtbarmachung der einzelnen Schichten der Netzhaut und lässt präzise Diagnoseaussagen zu. Die Fluoreszenzangiographie wendet der Spezialist an, um den Grad der Gefäßneubildung in der Aderhaut bei einer feuchten AMD sichtbar zu machen und zu beurteilen. Auch die Ophthalmoskopie oder Augenspiegelung spielt eine wichtige Rolle.

Die Behandlung der Makuladegeneration

Die Behandlung der trockenen AMD zielt auf eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs ab. Wir haben in unserer Klinik gute Erfahrungen damit gemacht, dass der Netzhaut im Bereich der Makula eine genügende Menge Lutein zur Verfügung steht. Neben der Verabreichung von luteinhaltigen Mitteln sind wirksame Antioxidantien wie Vitamin C oder andere wichtig. Für eine wirksame Verzögerung der Erkrankung sorgen wir auch dafür, dass der Homocysteinspiegel im Blut möglichst niedrig ist. Hier sind unter anderem die Vitamine B6, B12 und Folsäure gefragt.

Bei der Behandlung der feuchten AMD steht zusätzlich die lokale Hemmung der Gefäßneubildung im Vordergrund. Hierzu gibt es eine Reihe von individuellen lokal wirksamen Möglichkeiten, die wir in unserer Klinik verfolgen. Meist werden Gefäßneubildungs-Hemmer direkt injiziert.