Hüft TEP

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Die Implantation von künstlichen Hüftgelenken (Totalendoprothesen, Hüft TEP) ist eine sehr erfolgreiche Operation, die in der Regel zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden und guten Langzeitergebnissen führt. Dabei kann unterschiedliches Prothesenmaterial verwendet werden, die mit oder ohne Knochenzement verankert werden. Insbesondere Titan, Keramik und Polyethylen sind häufig verwendete Materialien. Welche Operationstechnik und welches Material sich am besten eignen, lässt sich nicht grundsätzlich beantworten. Unsere Experten für Endoprothetik sprechen daher für jeden Patienten eine individuelle Empfehlung aus. Dabei spielen beispielsweise die Erkrankungsursache und das Alter des Patienten eine Rolle.

Der Krankenhausaufenthalt für den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks beläuft sich in der Regel auf 7 bis 10 Tage. Schon am ersten Tag nach der Operation sollen Patienten bereits mit Hilfe unserer Physiotherapeuten aufstehen und das künstliche Hüftgelenk belasten. Im Anschluss wird eine drei- bis vierwöchige Anschlussheilbehandlung (Reha) empfohlen, mit Gangschule, Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining.

Leichte sportliche Aktivitäten wie Fahrradfahren, Schwimmen und Wandern sind etwa 12 Wochen nach der Operation wieder möglich.

Was ist eine Hüft-Totalendoprothese?

Die Hüft TEP ist ein künstliches Hüftgelenk, welches dem natürlichen Hüftgelenk nachempfunden ist. Eine solche Endoprothetik muss zunächst stabil sein, denn beim Gehen, Sitzen, Stehen und Heben muss das Hüftgelenk einen enormen Druck aushalten. Gleichzeitig muss die Prothese aber auch vom Körper “angenommen” werden (keine Abstoßungsreaktion) und möglichst wenig Abrieb haben. Gerade der Abrieb spielt eine entscheidende Rolle, denn es werden dabei winzig kleine Teilchen der Prothese freigesetzt und gelangen in umliegendes Gewebe, was zu Entzündungsreaktionen führen kann. Die Orthopädie greift deshalb zu speziellen Materialien wie Titan- oder Kobalt-Chrom-Legierungen, Keramik und Kunststoff.

Hüft TEP Arten

Die Orthopädie unterteilt Prothesen in zwei Hüft TEP Arten, die sich nach ihrer Verankerung unterscheiden:

  1. Hüft TEP zementiert
  2. zementfreie Prothese

Welche Verankerung für die Endoprothetik zum Einsatz kommt, ist von der Knochenqualität des Patienten abhängig. Jüngere Patienten, die körperlich fit sind, erhalten häufig eine zementfreie Prothese. Da bei Patienten ab 60 Jahre die Knochen meist weicher und damit instabiler sind, erhalten diese eine zementierte Hüft TEP.

1. Hüft TEP zementiert

Wird die Hüftprothese mit einer hauchdünnen Schicht aus Kunstharz oder einem ausgehärteten Kunststoff im Knochen befestigt, handelt es sich um eine zementierte Hüft TEP. Vor allem bei einer instabilen Knochenqualität bietet diese Verfahren eine bessere Verankerung des künstlichen Gelenks. Innerhalb weniger Minuten härtet der Knochenzement aus und verbindet natürlichen Knochen und Prothese miteinander. Die Hüfte ist nach der Operation prinzipiell sofort belastbar. Zudem sinkt das Risiko einer Fraktur, da keine Einpressung der Prothese erfolgt. Wenn jedoch Anteile des künstlichen Hüftgelenks ausgetauscht werden müssen, lässt sich eine zementierte Hüftprothese schwieriger wieder entfernen. Für zementierte Hüftprothesen kommt häufig eine Kobalt-Chrome-Legierung zur Anwendung.

2. Zementfreie Hüftprothese

Die Oberfläche des Implantats einer zementfreien Hüftprothese ist rau. In dieser Oberfläche wachsen die Knochenzellen in einem Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Wochen ein, so dass die Prothese stabiler wird. Mittels Press-fit-Technik wird das künstliche Gelenk in den Knochen eingepresst. Als Material kommt in der Regel Titan zum Einsatz. Ein Vorteil zementfreier Hüftprothesen ist, dass keine allergischen Reaktionen auf den Knochenzement zu erwarten sind. Der Nachteil: Patienten müssen sich nach der OP für eine Dauer von etwa drei bis acht Wochen schonen, damit ein Einwachsen der Knochenzellen möglich ist. Je nachdem, welche Stabilität die Hüft-Totalendoprothese im Knochen aufweist, kann eine Belastung auch schon früher erfolgen.

Hüft TEP OP Ablauf

In Deutschland werden etwa 200.000 Hüft-Totalendoprothesen pro Jahr eingesetzt. Somit ist die OP ein Routine-Eingriff. Die Operation kann auf herkömmlichem Weg sowie minimal-invasiv erfolgen und wird unter Narkose durchgeführt. Bevor das künstliche Hüftgelenk eingesetzt werden kann, sind einige vorbereitende Arbeiten notwendig.

Eine zentrale Rolle bei dem Eingriff spielt es, dass Schädigungen oder ein Durchtrennen der Muskeln und Sehnen im Hüftbereich vermieden werden. Zudem muss ausgeschlossen sein, dass Blutgefäße und Nerven abgedrückt werden.

Zunächst wird der defekte Hüftkopf am Oberschenkelknochen abgesägt und dann entfernt. Der verbliebene Knorpel sowie eine dünne Knochenschicht werden dann aus der Gelenkpfanne gefräst. Im Anschluss wird die künstliche Hüftpfanne in diesen Bereich gepresst, in welche noch ein gehärtetes Inlay (Kunststoff) gesetzt wird. Danach wird das Mark des Oberschenkelknochens so mit einer Raspel bearbeitet, dass ein keilförmiges Loch entsteht. In diesem wird der Prothesenschaft befestigt, auf welchem wiederum der künstliche Gelenkkopf aufgesetzt wird. Dieser gleitet dann in die Hüftpfanne. Zum Abschluss wird der Oberschenkel zur Prüfung auf richtigen Sitz in verschiedene Richtungen bewegt.

Der gesamte Eingriff dauert etwa 90 Minuten. Unsere Fachärzte für Orthopädie werden Sie zum konkreten Ablauf ausführlich beraten.

Hüft TEP Nachbehandlung

Nach Einsetzen der Hüft-Totalendoprothese müssen Patienten etwa eine bis zwei Wochen zu Hause bleiben. Entscheidend für die insgesamte Dauer der Krankschreibung ist die Zeit der Erholungsphase sowie die Gewöhnung an das künstliche Gelenk. In der Regel können Patienten schon am Tag der Operation aufstehen, das sichere Stehen üben und erste Schritte gehen.

Im Rahmen der Hüft TEP Nachbehandlung ist es von großer Bedeutung, Bewegungen zunächst mit Bedacht auszuführen. Mit