Rekonstruktionen des Haut-Weichteilmantels

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Manchmal sind Unfälle, Tumorleiden oder angeborene Fehlbildungen mit Defiziten im Hinblick auf den Haut- und Weichteilmantel verbunden. Solche Defizite können die Form oder Funktion bestimmter Körperareale dauerhaft beeinträchtigen. In einigen Fällen lassen sich Körperfunktionen im Anschluss an Gewebedefekte nicht mehr (problemlos) ausführen. In anderen ist das Erscheinungsbild durch das defekte Gewebe wesentlich entstellt. Die damit verbundene Belastung beeinträchtigt die Lebensqualität und hat oft sozialen Rückzug zur Folge. Das kann zum Beispiel nach einer tumorbedingten Brustentfernung (Masektomie) oder unfallbedingten Gewebedefekten im Gesichtsbereich der Fall sein. Werden die psychischen Belastungen zu groß oder sind Funktionen dauerhaft beeinträchtigt, kann ein Besuch beim Facharzt für rekonstruktive Chirurgie Hoffnung geben. Für Rekonstruktionen des Haut-Weichteilmantels nutzt die rekonstruktive Chirurgie vielfältige Methoden. Hierzu zählen Operationstechniken, die der Spezialist unter dem Begriff der Lappenplastik zusammenfasst. Eine solche Defektdeckung zur Wiederherstellung von fehlendem oder verlorenem Gewebe erfolgt beispielsweise infolge von

  • Tumorentfernung
  • Narbenbildung
  • Fettverteilungsstörungen (Lipödemen)
  • Abflussstörungen der Gewebeflüssigkeit (Lymphödemen)
  • Unfällen
  • Wundheilungsstörungen (beispielsweise diabetischer Fuß)
  • Verlusten im Bereich der Gliedmaßen

Methoden für Rekonstruktionen des Haut-Weichteilmantels

Im Hinblick auf Rekonstruktionen des Haut-Weichteilmantels stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die sich nach Schwierigkeitsgrad und technischem Aufwand voneinander unterscheiden.

Methodische Einteilung

 

  • Primärverschluss durch Naht nach chirurgischer Entfernung (Exzision)
  • Hauttransplantation (entweder Spalthaut oder Vollhaut)
  • lokale Lappenplastik (verlagertes Gewebe ohne versorgendes Gefäß)
  • gestielte Lappenplastik (verlagertes Gewebe mit versorgendem Gefäß)
  • freier Gewebetransfer (mikrochirurgische Lappenplastik)

Lappenplastik

Kleinere Defekte der Haut lassen sich per normaler Hauttransplantation ausgleichen. Bei unzureichendem Wundgrund sind Korrekturen dieser Art nicht immer möglich. In solchen Fällen verlagert der Spezialist für rekonstruktive Chirurgie definiertes Gewebe (Lappen) in die geschädigte Körperregion. Bei dieser als Lappenplastik bezeichneten Form der Defektdeckung sind Spender und Empfänger des Transplantats identisch (autogene Transplantation). Was die Farbe und Textur betrifft, bewegt sich das übertragene Gewebe besonders nahe an der Defektumgebung und wird dadurch ästhetischen Ansprüchen gerecht. Lappenplastiken lassen sich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten unterteilen, so unter anderem nach

  • Entfernung zwischen verlagertem Lappen und Entnahmestelle
  • Verbindung zwischen Entnahmestelle und verlagertem Lappen
  • Gewebezusammensetzung
  • Gefäßversorgung

Welche Formen der Lappenplastik gibt es?

Die Form der angewandten Lappenplastik hängt vor allem von dem Ausmaß und der Struktur des jeweiligen Gewebedefizits ab. Bei freien Lappenplastiken wird das Spendergewebe vollständig entnommen und mit dem Gefäßsystem des Bestimmungsorts verbunden. Bei einer Stillappenplastik bleibt das verlagerte Gewebe dagegen durch eine Gewebebrücke mit seiner ursprünglichen Blut- und Nervenversorgung verbunden. Das kann temporär oder dauerhaft der Fall sein. Sofern sich ein autonomer Kreislauf aufbauen lässt, erfolgt bei vielen gestielten Lappenplastiken nach einigen Wochen eine Folgeoperation (Lappenstieldurchtrennung) zur Auflösung der verbindenden Gewebebrücke. Die Unterarten der Stillappenplastik unterscheiden sich wie alle anderen Lappenplastiken vor allem nach der Entfernung zwischen dem Gewebedefizit und dem Spendergewebe. Wichtige Arten der Lappenplastik sind unter anderem der Rundstiel-, Propeller- und Filetlappen.

  • Bei der Rundstiellappen Plastik liegt das defekte Gewebe weit entfernt von der Spenderstelle. Demzufolge arbeitet die Rundstiellappen Plastik mit sogenannten Fernlappen, die trotz ihrer Entfernung zur Ursprungsstelle ihre bestehende Versorgung mit Blutgefäßen und Nerven temporär oder dauerhaft beibehalten.
  • Auch der Propellerlappen behält seine ursprüngliche Versorgung bei, ist anders als der Rundstiellappen aber eine sogenannte Nahlappenplastik. Das Hautlappendesign zeichnet sich durch zwei gleich- oder ähnlich große Gewebeflächen aus, die an Propellerblätter erinnern. Von 90 bis 180 Grad rotiert der Propellerlappen um seinen fixen Versorgungspunkt, um einen regionalen Defekt zu decken.
  • Von den genannten Plastiken ist die Filet Lappenplastik zu unterscheiden, die beispielsweise oft bei Defiziten im Hand- und Fußbe