Proktologie2018-10-02T08:31:21+00:00

PROKTOLOGIE

Die Proktologie befasst sich mit Erkrankungen des Enddarms (dem Mastdarm sowie Analkanal).

Über mögliche P(r)obleme spricht niemand gerne, dabei sind proktologische Beschwerden keinesfalls selten. Vor allen Dingen, können hinter Beschwerden auch ernsthafte Krankheiten stecken.

Bei wiederkehrenden Blutungen sollten Sie in jedem Fall einen Facharzt aufsuchen, um mögliche schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Scheuen Sie sich nicht vor einem Untersuchungstermin. Nur selten ist ein operativer Eingriff überhaupt notwendig. Sie erhalten in jedem Fall bei uns in den MEOPRAXEN ein persönliches, diskretes und sensibles Beratungsgespräch mit allen möglichen Behandlungsoptionen.

Unser Leistungsangebot bei

  • Hämorrhoiden
  • Analvenenthrombosen
  • Analfisteln
  • Analfissuren / Afterriss

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind knotenförmige Schwellungen, die zwischen dem Enddarm und dem Schließmuskel des Afters liegen. Diese Knoten, bestehend aus einem Arterien- und Venengeflecht, ermöglichen gemeinsam mit dem Schließmuskel den Feinverschluss des Afters. Jeder Mensch hat also Hämorrhoiden.

Hämorrhoidalleiden werden hauptsächlich durch eine chronische Verstopfung in Folge falscher Ernährung oder Übergewicht ausgelöst. Durch langes und starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht sich der Druck auf die Hämorrhoiden. Durch Erweiterung der Blutgefäße entzündet sich das umliegende Gewebe und schwillt. Dadurch werden die Hämorrhoidalknoten aus dem After herausgedrückt und verursachen Beschwerden.

Aber auch eine angeborene Schwäche der Gefäßwände kann ursächlich sein. Bei Frauen können Hämorrhoidalknoten zumeist auch während oder nach einer Schwangerschaft auftreten.

Die Diagnose erfolgt durch Abtasten der Analregion. Auch durch eine Darmspiegelung kann Ihr Facharzt Hämorrhoiden feststellen.

Symptomatisch sorgen Hämorrhoiden zumeist für lästiges Jucken, Brennen oder Nässen am Po. Je nach Ausprägung können auch weitere Beschwerden auftreten:

  • Blutungen beim Stuhlgang
  • das Gefühl unvollständiger Entleerung nach dem Stuhlgang
  • unwillkürlicher Abgang von Schleim oder Stuhl
  • ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Schmerzen im Analbereich

Hämorrhoiden können aber auch völlig unbemerkt bleiben.

Eine frühe Behandlung ist in der Regel völlig unproblematisch und wirkungsvoll – warten Sie also nicht zu lange mit Ihrem Arztbesuch.

Behandlungsoptionen:

Im frühen Stadium des Hämorrhoidalleidens können schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben oder Gels lokal angewendet werden.

Darüber hinaus gibt es verschiedene chirurgische Techniken.

Welche Möglichkeit im Einzelfall am besten geeignet ist, können Sie gemeinsam mit Ihrem Facharzt entscheiden:

  • Sklerosierung (Verödung)
  • Gummibandligatur
  • Raffen
  • Stapler-Methode

Bei der Sklerosierung werden die entzündeten Hämorrhoidalknoten durch Einspritzen einer chemischen Lösung zum Schrumpfen gebracht. Diese Therapie verringert die Durchblutung des Gewebes, wodurch die Hämorrhoide auf ihre ursprüngliche Größe schrumpft und der Druck nachlässt. Zumeist sind mehrere Therapiesitzungen notwendig.

Bei der Gummibandligatur wird durch das Anlegen eines Gummibandes um den Hämorrhoidalknoten die Durchblutung gestoppt, sodass nach einiger Zeit sowohl Gummiband als auch der Knoten abfallen.

Beim Raffen wird die geschwollene Hämorrhoide mit Fäden umstochen und gerafft. Dadurch kann die Hämorrhoide an ihrem eigentlichen Ort fixiert werden.

Die Stapler-Methode ist eine operative Technik und wird zumeist bei fortgeschrittenen Beschwerden angewandt. Ein spezielles Klammernahtgerät, der Stapler, rafft überschüssiges Gewebe nach oben und entfernt es. Diese Operation erfolgt in der Regel stationär.

In jedem Fall ist eine Umstellung Ihrer Gewohnheiten mit ausreichend Bewegung, ballaststoffreicher Ernährung und ausreichender Flüssigkeitsaufnahme wichtig, um den Behandlungserfolg zu steigern.

Analvenenthrombosen

Eine schmerzhafte Schwellung am After muss jedoch nicht immer eine Hämorrhoide sein. Sitzt der Knoten am Rand des Afters und ist blau, dann handelt es sich zumeist um eine Analvenenthrombose.

Ausgelöst wird die Analvenenthrombose vom Sitzen auf kalten Flächen oder einer Steigerung des Drucks im Bauchraum (bspw. bei einer Schwangerschaft). Aber auch übermäßiger Alkoholkonsum oder starkes Pressen beim Stuhlgang oder auch Husten können ursächlich sein.

Da die Analvenenthrombose zumeist spontan auftritt und starke Schmerzen verursacht, ist schnelle Hilfe gefragt.

Zumeist hilft hier eine Therapie mit Salben oder Zäpfchen.

Analfisteln

Analfisteln machen sich ähnlich wie Hämorrhoiden durch juckende und nässende Stellen am After bemerkbar.

Als Fistel bezeichnet man eine Eiteransammlung in einer Gewebshöhle. Sie ist meist eine röhrenförmige Verbindung zwischen verschiedenen Organen oder Gewebeschichten.

Analfisteln entstehen meist durch eine Entzündung im Bereich der Proktodäaldrüsen, die am Übergang der Dickdarmschleimhaut zum Analkanal liegen. Da die Proktodäaldrüsen in das Darminnere münden, können Bakterien aus dem Darm in die Drüsen eindringen und dort eine Entzündung verursachen. Es bildet sich eitriges Sekret, welches sich abkapselt, zum Abszess führt und eine Fistel bildet. Analfisteln können aber auch Folge einer entzündlichen Darmerkrankung sein.

Die Diagnose erfolgt durch Austasten des Enddarms und mit Hilfe eines kleinen Untersuchungsröhrchens (Proktoskop), bei dem Ihr Facharzt nach Anzeichen eines Abszesses und Fistelöffnungen im Analkanal sucht.

In der Regel heilen Fisteln nicht von alleine ab. Ein Gespräch mit Ihrem Facharzt wird helfen, chirurgische Therapien abzuwägen und eine Wahl zur geeigneten Behandlungsmethode zu treffen.

Es bieten sich verschiedene Operationsverfahren an:

  • Fistelspaltung (Fistulotomie)
  • Fistelentfernung (Fistelelexision)
  • Fadendrainage

Die Heilungschancen erhöhen sich, je früher eine Fistel behandelt wird. Unbehandelt kann sich eine Analfistel so weit ausdehnen, dass sie die Schließmuskulatur schädigt und langfristig eine Stuhlinkontinenz verursacht.

Analfissur

Eine Analfissur wird auch Afterriss genannt, da es sich um einen feinen Riss im Anoderm, einer empfindlichen Haut im Analkanal, handelt.

Als ursächlich für eine Analfissur werden Faktoren wie eine Verstopfung und damit einhergehendes starkes Pressen beim Stuhlgang beschrieben, aber auch Hämorrhoiden oder Durchfall begünstigen eine Analfissur.

Typische Symptome sind stechende Schmerzen beim Stuhlgang sowie hellrotes Blut im Stuhl oder auch am Toilettenpapier. Aber auch Jucken oder Brennen kann auf eine Analfissur hinweisen.

Als Therapie wird empfohlen, den Stuhl weich zu halten, um den Druck auf den Schließmuskel beim Stuhlgang zu verringern. Unterstützend werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben oder auch Zäpfchen (z.B. als Analtampons) verabreicht. Die akute Analfissur heilt in der Regel binnen kürzester Zeit ab.

Bei chronischen Analfissuren ist eine operative Therapie jedoch meist unumgänglich. da sie zu einer verdickten Hautfalte / Narbe oder auch Polypen führen kann.

Ärzte im Fachgebiet

Dr. med. Yasar Sezgin, MBA

Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie mit Schwerpunkt Minimal-Invasive Chirurgie, Onkologische Chirurgie und Adipositaschirurgie
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Dr. med. Christian Wit

Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt Endokrine Chirurgie, Kolorektale Chirurgie und Hernienchirurgie

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