Morbus Basedow

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Morbus Basedow ist eine Autoimmunkrankheit, die die Zellen der Schilddrüse angreift und sie zu einer vermehrten Produktion der Schilddrüsenhormone veranlasst. Es kommt zu einem erhöhten Spiegel der lebensnotwendigen Hormone, das zu gravierenden Stoffwechselproblemen führt. Die Schilddrüse „gehorcht“ nicht mehr dem Steuerhormon TSH (Thyreotropin), das normalerweise die Hormonproduktion der Schilddrüse so steuert, dass sich eine optimale Konzentration einstellt.

Morbus Basedow führt zu einer Überproduktion der Schilddrüsenhormone (Hyperthyreose), die gestoppt werden muss. Da aber die Gründe für das krankhaft veränderte Verhalten unseres Immunsystems (noch) nicht vollständig verstanden sind und das Immunsystem nicht direkt zu einer Umkehr seines Verhaltens gebracht werden kann, muss die Überproduktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) entweder durch Medikamente blockiert oder durch die Radiojodtherapie behandelt werden. Als Ultima Ratio kann das hormonproduzierende Gewebe in unserer Privatklinik in Berlin im Fachgebiet Endokrine Chirurgie / Schilddrüsenchirurgie mittels der Morbus Basedow OP teilweise oder gänzlich entfernt werden.

Das Steuerhormon TSH der Hirnanhangdrüse sorgt für die optimale Konzentration der lebenswichtigen Schilddrüsenhormone

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) befindet sich vor der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes und produziert die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Thyroxin, Triiodthyronin und Calcitonin. Die Hormone sind unentbehrlich für die Steuerung des Herzkreislaufs, für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel sowie für den Energiestoffwechsel und eine Vielzahl von Körper- und Gehirnfunktionen. Damit das alles reibungslos funktioniert, müssen die Schilddrüsenhormone in einer bestimmten Konzentration im Blutkreislauf vorliegen. Eine zu hohe oder eine zu geringe Konzentration führt zu schwerwiegenden Auswirkungen. Damit der Spiegel der Hormone im Blut immer den gewünschten und notwendigen Wert erreicht, produziert unsere Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bei absinkender Thyroxin-Konzentration das Steuerhormon TSH, das die Schilddrüse zu einer vermehrten Produktion ihrer Hormone veranlasst.

Morbus Basedow hebelt den Steuermechanismus für die Produktion von Schilddrüsenhormonen aus

Die hormonproduzierenden Zellen der Schilddrüse verfügen über TSH-Rezeptoren, an denen das Steuerhormon andocken und die Zelle zur Hormonproduktion veranlassen kann. Bei Morbus Basedow entwickelt das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen die TSH-Rezeptoren, sogenannte TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK), die unter anderem unabhängig von TSH die betroffene Zelle zur Hormonproduktion veranlassen. Es entsteht so unabhängig von der normalen Steuerung der Hormonproduktion eine Überproduktion, eine Hyperthyreose. In der Auswirkung ist das vergleichbar mit Patienten, deren Schilddrüse autonomes Gewebe entwickelt, das ständig Hormone produziert, ohne auf das Steuerhormon TSH zu reagieren.

Morbus Basedow Symptome und die Diagnose

Die Morbus Basedow Symptome sind immer mit einem erhöhten Spiegel an Schilddrüsenhormonen verbunden, so dass sie denen gleichen, die auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion aus anderen Gründen auftreten. Allgemein erscheint der gesamte Stoffwechsel überhitzt, was sich in Rastlosigkeit, Nervosität, Bluthochdruck, Durchfall, Gewichtsverlust und vielen weiteren Auffälligkeiten wie Herzrasen, Schweißausbrüchen und Hitzeempfindlichkeit manifestieren kann. Zusätzlich tritt bei der Mehrheit der an Basedow erkrankten Menschen eine endokrine Orbitopathie (EO) auf, die sich durch ein mehr oder weniger auffälliges Hervortreten der Augäpfel bemerkbar macht. Die Laborwerte zeigen eine Erhöhung der Schilddrüsenhormone bei gleichzeitig niedrigem TSH-Spiegel, weil die Hirnanhangdrüse aufgrund der hohen Konzentration an Thyroxinen T3 und T4 die Produktion des Stimulationshormons TSH zurückfährt. Der Labornachweis von TRAK im Blut kann als sicherer Hinweis auf Morbus Basedow gelten. Mit weiteren Diagnosemöglichkeiten in unserer Fachabteilung Endokrine Chirurgie / Schilddrüsenchirurgie wie Ultraschall und MRT kann die Diagnose abgesichert werden.

Therapiemöglichkeiten bei Morbus Basedow

Oberstes Ziel einer jeglichen Behandlung des Morbus Basedow besteht darin, die Überproduktion der Schilddrüse nachhaltig zu stoppen. Grundsätzlich stehen je nach Schwere, Zeitdauer und bisherigem Verlauf der Erkrankung drei verschiedene Behandlungsformen zur Auswahl. Es handelt sich dabei um eine medikamentöse Blockade der Hormonproduktion, um die Radiojodtherapie aus der Nuklearmedizin und um eine Operation bei Morbus Basedow. Welche der drei Möglichkeiten im jeweiligen konkreten Fall angezeigt ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn die Symptome der Erkrankung früh genug beachtet werden, ist die Morbus Basedow Lebenserwartung gegenüber gesunden Menschen nicht beeinträchtigt.

Die medikamentöse Behandlung bei Morbus Basedow

Eine medikamentöse Behandlung der Erkrankung mit sogenannten Thyreostatika blockiert die Produktion der Schilddrüsenhormone. Meist wird mit einer relativ geringen Dosis gestartet, um nicht Gefahr zu laufen, die Hormonproduktion nicht über das erforderliche Maß hinaus zu blockieren. Die medikamentöse Therapie ist aufgrund zu erwartender Nebenwirkungen keine Therapie, die für einen sehr langen Zeitraum gedacht ist. Sie bietet aber die Chance, dass der Morbus Basedow Verlauf in eine Spontanheilung mündet wie gelegentlich beobachtet wird. Auch zeigen Verläufe der Erkrankung, dass es in einigen Fällen möglich war, Morbus Basedow natürlich zu heilen.

Die Radiojodtherapie als Alternative zur Operation bei Morbus Basedow

Die Funktionszellen der Schilddrüse, die Thyroxin produzieren, benötigen für die Synthese der Hormone T3 und T4 Jod, weil es natürlicher und notwendiger Bestandteil der Hormone ist. Wenn den Zellen radioaktives Jod (Jodisotop 131) über die normale orale Aufnahme durch den Verdauungsapparat angeboten wird, gelangen radioaktive Jodatome in die Zellen. Ihre sehr schwache Betastrahlung löst bei den Zellen die sogenannte Apoptose, den programmierten Zelltod mit anschließendem körpereigenem Recycling aus. Das bedeutet, dass die Zellen, die an der Überproduktion des Thyroxins beteiligt sind, ausgeschaltet werden. Das Verfahren wurde erstmals während der 1940er Jahre entwickelt und immer wieder neuesten Erkenntnissen angepasst. Aus Gründen des Strahlenschutzes erfordert die Therapie einen 3 bis 7 Tage währenden stationären Aufenthalt in der Klinik, in der ein Spezialist oder Facharzt die Behandlung durchführt und überwacht.

Die Morbus Basedow OP zur nachhaltigen Behandlung der Erkrankung in der Fachabteilung Endokrine Chirurgie / Schilddrüs