Sexualstörungen – Ursachen und Behandlung

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Einen wichtigen Einsatzbereich der Frauenheilkunde bilden Sexualstörungen beim weiblichen Geschlecht. Sexuelle Dysfunktionen sind bislang eher bei Männern bekannt, doch auch bei Frauen zeigen sich in zunehmendem Maße Sexualprobleme, deren Ursachen sowohl physisch als auch psychisch begründet sein können.

Zu den häufigsten Luststörungen der Frau zählen Orgasmusstörungen sowie Beeinträchtigungen der Libido. Ebenso kommen Störungen der sexuellen Erregung, Vaginismus und Dyspareunie vor.

In den meisten Fällen haben die betroffenen Frauen kein sexuelles Interesse, empfinden den Geschlechtsverkehr als unangenehm oder leiden unter Schmerzen. Auch Orgasmusschwierigkeiten sind keine Seltenheit. Fünf Prozent aller betroffenen Frauen gaben an, noch nie einen Orgasmus erlebt zu haben.

Nicht selten führen die Sexualbeeinträchtigungen zu Problemen mit dem Partner. Die betroffenen Frauen können dadurch psychische Störungen wie Depressionen erleiden, wodurch sich ihre Probleme weiter vergrößern.

Was sind die Gründe für sexuelle Störungen?

Die Ursachen für Sexualprobleme können sowohl physisch als auch psychisch sein. Oftmals spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Während organische Auslöser von einem Facharzt für Frauenheilkunde meist rasch diagnostiziert werden, indem er entsprechende Untersuchungen durchführt, lassen sich psychische Urheber schwieriger finden.

typische psychische Faktoren:

  • psychische Hemmungen, die sich auf den Partner beziehen
  • unbewusste Konflikte in der Partnerschaft
  • Angst vor Schmerzen durch den Geschlechtsverkehr
  • eine unbewusste Furcht vor einer Schwangerschaft
  • Entwicklungsstörungen in Kindheit oder Pubertät
  • Traumata aus der Vergangenheit wie sexueller Missbrauch in Kindheit oder Jugend
  • kulturelle Beweggründe
  • eine unzureichend erotische Umgebung

physische Gründe für Sexualstörungen:

  • vaginale Infektionen
  • kongenitale Fehlbildungen
  • Lichen sclerosus
  • eine Fibrose im Anschluss an eine Strahlenbehandlung
  • Muskeldystrophien
  • genitaler Herpes simplex
  • operationsbedingte Störungen
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Nervenläsionen aufgrund von Rückenmarksstörungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder multipler Sklerose
  • Alkoholmissbrauch
  • die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie beispielsweise SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)

Wie machen sich Sexualstörungen bemerkbar?

Die Luststörungen der Frau sind mannigfaltig und reichen von leichtem sexuellem Desinteresse bis hin zu drastischer Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. In den meisten Fällen sind die betroffenen Frauen sexuell nicht aktiv, selbst wenn sie die Sexualkontakte als angenehm empfinden. Obwohl sie sich durchaus Intimität und Zärtlichkeit wünschen, meiden sie Kontakte zum Partner aus Angst, dass dieser mehr körperliche Nähe wünscht.

Am häufigsten machen sich die weiblichen Sexualprobleme bemerkbar durch:

  • Lustlosigkeit
  • Störungen der sexuellen Erregung
  • Orgasmusprobleme wie das Ausbleiben des Höhepunkts
  • Schmerzen, die beim Geschlechtsverkehr auftreten trotz normaler Erregungsphase (Dyspareunie)
  • Vaginismus (Muskelkrämpfe der Vagina)
  • Lubrikationsstörungen, bei denen die Vagina keine Feuchtigkeit erreicht

Manchmal sind die Sexualprobleme derart intensiv, dass das Zerbrechen der Partnerschaft die Folge ist. Besteht Verdacht auf eine dieser Störungen, ist es ratsam, sich an einen Facharzt für Frauenheilkunde zu wenden.

Behandlung von Sexualstörungen in der MEOCLINIC in Berlin

In der MEOCLINIC in Berlin Mitte findet die Patientin Rat bei einer unserer Fachärztinnen für Frauenheilkunde. Außerdem sind unsere Gynäkologen auf verschiedene Untergebiete spezialisiert und arbeiten miteinander zusammen, wobei sie die individuellen Bedürfnisse der Patientin berücksichtigen.

Diagnose

Zu Beginn der Untersuchung führt unser Spezialist für Frauenheilkunde ein einfühlsames Gespräch mit der Patientin und befasst sich mit den Symptomen der Sexualprobleme. Zur Sprache kommen dabei sowohl die physischen als auch die psychischen Störungsauslöser.

Im Rahmen der Sexualanamnese erkundigt sich der Frauenarzt nach der körperlichen Entwicklung der Patientin während der Pubertät, nach den Verhütungsmethoden, dem monatlichen Zyklus sowie Vorkommnissen in der Kindheit, die Sexualerziehung sowie die Persönlichkeit der Betroffenen.

Weitere Untersuchungen

Zur Diagnostik gehört außerdem die körperliche Untersuchung. Durch dieses gynäkologische Verfahren kann der Frauenarzt organische Auslöser der Störungen wie Verletzungen, Infektionen, Auffälligkeiten in der Anatomie oder die Folgeerscheinungen von chirurgischen Eingriffen ermitteln.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit stellt die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dar. Sie dient dem Gynäkologen dazu, körperlichen Faktoren auf die Spur zu kommen. Zur Abbildung der weiblichen Gebärmutter wird ein Ultraschallkopf in die Scheide eingeführt. Durch das Reflektieren der Schallwellen entsteht ein Bild von den inneren Organen. Die Sonographie eignet sich in erster Linie zur Diagnose von Geschwülsten, Zysten, Narben oder Verwachsungen in der Genitalregion.

Hat der Frauenarzt den Verdacht, dass eine Scheideninfektion oder eine Geschlechtskrankheit für die sexuellen Störungen verantwortlich ist, entnimmt er einen Abstrich von der Vagina oder dem Gebärmutterhals. Mitunter können noch weitere Laboruntersuchungen stattfinden.

Wie lassen sich die sexuellen Störungen behandeln?

Die Art der Sexualtherapie hängt von der jeweiligen Ursache der Sexualstörung ab. Im Falle von Erkrankungen erfolgt deren entsprechende Behandlung. Sind Medikamente wie SSRI für die Störungen verantwortlich, lässt sich eine Umstellung auf andere Antidepressiva durchführen. Diese haben den Vorteil, dass sie weniger Nebenwirkungen auf die Sexualität hervorrufen.

Die meisten sexuellen Störungen haben allerdings psychische Ursachen. Ihre Behandlung erfolgt dann im Rahmen einer Psychotherapie oder verhaltenstherapeutischen Sexualberatung. Die Behandlung kann sowohl einzeln als auch zusammen mit dem Partner stattfinden. Wichtigster Teil der Beratung sind Informationen über die allgemeine Sexualität. Außerdem soll die Kommunikation zwischen den Partnern verbessert werden.

Für das Gelingen einer gemeinsamen Psychotherapie ist der Wille beider Partner zur Fortsetzung der Beziehung von entscheidender Bedeutung. Sind tiefere Beziehungsprobleme für die Sexualprobleme verantwortlich, wird eine Paartherapie empfohlen. So reicht oft eine alleinige Behandlung der sexuellen Störungen nicht aus.

Ergänzen lässt sich die Psychotherapie durch die Gabe von Arzneimitteln, die die Aktivierung des zentralen Nervensystems bewirken. Auf diese Weise werden sexuelle Phantasien angeregt und die Lust gesteigert. Sie stellen aber nur eine Komponente der Behandlung dar.

Wichtiger als luststeigernde Präparate ist eine vertrauensvolle Beziehung zum Partner, in der offen über Sexualität gesprochen werden kann.

Damit organische Ursachen nicht zu sexuellen Störungen führen, wird empfohlen, sich regelmäßig vom Frauenarzt untersuchen zu lassen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Vertrauensverhältnis zum Gynäkologen.

Als gute Vorbeugemaßnahme gilt zudem, den Körper gesund zu halten und ungünstige Faktoren wie zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung sowie übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum zu vermeiden. Außerdem sollte in der Partnerschaft Offenheit zu sexuellen Themen herrschen.