Gonioskopie – Untersuchung des Kammerwinkels

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Bei der Gonioskopie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode der Augenheilkunde. Dabei überprüft der Augenarzt den Kammerwinkel im Auge.

Was ist eine Gonioskopie?

Die Gonioskopie zählt zu den Diagnoseverfahren der Ophthalmologie (Augenheilkunde). In ihrem Verlauf wird der Kammerwinkel des Auges untersucht. Der Facharzt benutzt zu diesem Zweck ein Kontaktglas, mit dem er gewissermaßen um die Ecke in das Auge sehen kann. Dadurch lässt sich eine präzise Untersuchung im Kammerwinkel des Auges vornehmen.

Worum handelt es sich bei dem Kammerwinkel?

Der Kammerwinkel (Angulus iridocornealis) stellt eine anatomische Struktur des Auges dar. Er ist zwischen der Hornhaut (Cornea) sowie der Regenbogenhaut (Iris) angesiedelt und setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen wie:

  • dem Trabekelband
  • der Schwalbe-Linie
  • dem Ziliarkörperband
  • dem Skleralsporn

Ein Teil des Augenkammerwinkels ist zudem der Schlemm-Kanal. Durch diese Region fließt das Kammerwasser. Es liefert der Innenfläche der Hornhaut sowie der Augenlinse wichtige Nährstoffe, die durch Resorption aufgenommen werden. Durch Störungen kann das Kammerwasser mitunter nicht mehr resorbiert werden, weil der Kammerwinkel zu eng wird. Im weiteren Verlauf tritt ein erhöhter Augeninnendruck ein. Die Folge davon ist die Augenerkrankung Grüner Star, auch als Glaukom bekannt.

Der Grüne Star zählt zu den gefährlichsten Erkrankungen des Auges und zieht den Sehnerv in Mitleidenschaft. Im schlimmsten Fall kommt es durch das Glaukom zur Erblindung.

Mithilfe einer Gonioskopie am Auge kann ein Spezialist für Augenheilkunde den Kammerwinkel und die angrenzenden Strukturen gut untersuchen.

Anwendungsgebiete für eine Untersuchung im Kammerwinkel des Auges

Eine Gonioskopie am Auge ist erforderlich, wenn Verdacht auf ein Glaukom besteht. Durch die Untersuchung kann der Facharzt den Kammerwinkel sichtbar machen. Dieser Umstand ist wichtig, weil sich diese Augenstruktur mit dem bloßen Auge nicht erkennen lässt. Das liegt an der Totalreflexion des Lichtes aufgrund der Hornhaut.

Im Rahmen der Gonioskopie klärt der Augenarzt die Krankheitsprozesse ab, die für die Entstehung des Glaukoms ursächlich sind. Darüber hinaus wird die Kammerwinkelweite eingeteilt. Durch dieses Vorgehen lässt sich die Gefahr eines Winkelblockglaukoms absehen.

Vorgenommen werden sollte die Untersuchungsmethode im Falle von Sehstörungen wie das Sehen von Lichtringen um Lichtquellen herum, die regenbogenähnlich sind.

Zu den wichtigsten Indikationen für eine Gonioskopie am Auge gehören:

  • ein primäres Glaukom wie ein Winkelblockglaukom
  • Verlegungen des Kammerwinkels aufgrund eines Tumors wie ein Retinoblastom
  • Verdacht auf eine Tumorerkrankung
  • Fremdkörper innerhalb des Kammerwinkels
  • Augenentwicklungsstörungen wie ein angeborenes Glaukom oder ein Hydrophthalmus
  • eine Neovaskularisierung (Gefäßneubildung) des Kammerwinkels (Rubeosis iridis)
  • Zysten in der Kammerwinkelregion
  • Entzündungen der mittleren Augeninnenhaut (Uveitis)
  • Untersuchungen vor, während oder nach einer Operation am Auge

Eine Gonioskopie in der MEOCLINIC in Berlin

Die Gonioskopie am Auge gehört auch zu den Untersuchungsmethoden der privaten Augenarztpraxis in der MEOCLINIC, die in Berlin Mitte zu finden ist. Unser Spezialist für Augenheilkunde berät Sie bei sämtlichen Fragen und passt Diagnostik und Therapie individuell an den Patienten an. Auf diese Weise lassen sich Augenerkrankungen wie der Grüne Star frühzeitig erkennen und behandeln.

Welche Instrumente kommen zur Anwendung?

Für die Durchführung einer Untersuchung des Kammerwinkels greift der Augenspezialist auf ein Gonioskop, ein spezielles Kontaktglas, zurück. In der Augenheilkunde wird zwischen einer direkten und einer indirekten Gonioskopieuntersuchung unterschieden. Am häufigsten kommen Kontaktgläser für eine indirekte Untersuchung zur Anwendung wie ein Zeiss-Vierspiegelglas oder ein Goldmann-Dreispiegelglas.

Das Goldmann-Dreispiegelkontaktglas

Ausgestattet ist das Goldmann-Dreispiegelkontaktglas mit insgesamt drei Spiegeln. Während zwei Spiegel zur Kontrolle des Umfelds der Netzhaut (Retina) dienen, wird mit dem dritten Spiegel der Kammerwinkel untersucht. Dreht der Arzt das Drehspiegelkontaktglas um 360 Grad, ist der Kammerwinkel zirkulär einsehbar. Zwischen Kontaktglas und Hornhaut muss eine visköse Substanz aufgetragen werden.

Das Zeiss-Vierspiegelglas

Über vier Spiegel, die einen Neigungswinkel von 64 Grad erreichen, verfügt das Zeiss-Glas. Bei diesem Instrument braucht der Augenmediziner keine Drehung vorzunehmen. Im Unterschied zum Goldmann-Dreispiegelkontaktglas ist das Auftragen einer viskösen Substanz nicht erforderlich.

Indem der Augenspezialist Druck auf die Hornhaut ausübt, kommt es im vorderen Abschnitt der Augenkammer zur Umverteilung von Flüssigkeit, wodurch sich wiederum die Augenkammer aufweiten lässt. Der Augenarzt erhält auf diese Weise die Möglichkeit, Goniosynechien zu betrachten. Damit ist ein akutes Winkelblockglaukom ohne Goniosynechien von der chronischen Form mit Synechien (Verklebungen oder Verwachsungen) unterscheidbar.

 

Ablauf der Gonioskopie-Untersuchung

Bevor das Untersuchungsverfahren beginnt, erhält der Patient eine Betäubung des Auges. Anschließend wird das Gonioskop unmittelbar auf dem Auge platziert. Falls erforderlich, kommt ein Kontaktgel zwischen Hornhaut und Gonioskop zum Einsatz. Dadurch passen sich beide Oberflächen gut aneinander an.

Der Augenmediziner hat die Wahl zwischen einer direkten oder einer indirekten Gonioskopie. Für das direkte Verfahren verwendet der Facharzt ein Barkan-Gonioskop. Es eignet sich zum Bilden eines aufrechten Kammerwinkelbildes im Falle eines kindlichen Glaukoms oder vor einem operativen Eingriff wie einer Goniotomie.

Dagegen findet die indirekte Methode zum Erkennen von krankhaften Kammerwinkelveränderungen Verwendung. Als weitere Variante gilt die Eindellungsgonioskopie, auch Intendationsgonioskopie genannt. Dabei erfolgt zusätzlich eine Eindellung der Hornhaut. Durch dieses Vorgehen kann der Arzt ermitteln, ob ein verengter bzw. verschlossener Kammerwinkel mittels Abgabe von Kammerwasserdruck zu öffnen ist.

Besonderes Augenmerk legt der Facharzt auf bestimmte wichtige krankhafte Veränderungen des Auges wie:

  • eine Gefäßneubildung
  • das Pigmentieren des Trabekelwerks, das als Indiz für ein Pigmentglaukom gilt
  • auf einen zu geringfügigen Öffnungswinkel des Kammerwinkels, der die Ursache für ein Winkelblockglaukom sein kann
  • einen verklebten Kammerwinkel

Der Augenarzt teilt den Kammerwinkel in Grad Shaffer von 0 bis IV ein. Grad 0 bedeutet einen verschlossenen Kammerwinkel, während bei Grad I ein sehr enger Kammerwinkel besteht und höchstwahrscheinlich ein Verschluss vorliegt. Von Grad II ist die Rede, wenn das Trabekelwerk sichtbar wird. In diesem Fall handelt es sich um einen mäßig engen Kammerwinkel. Ein Verschluss ist im Bereich des Möglichen.

Bei Grad III liegt ein offener Kammerwinkel vor und sein Verschluss gilt als sehr unwahrscheinlich. Im Falle von Grad IV ist der Kammerwinkel sehr weit und sein Verschluss nicht möglich.

Vorteile der Gonioskopie am Auge

Durch eine Gonioskopieuntersuchung erhält der Augenarzt weitere wichtige Informationen, die er allein mit einer Ophthalmoskopie oder einer Spaltlampenuntersuchung nicht bekommen würde. Es konnte bisher auch noch keine andere Untersuchung die Gonioskopiemethode komplett ersetzen, sodass sie einen wichtigen Bestandteil der augenmedizinischen Untersuchung bildet.

Für den Patienten stellt das Verfahren keine Belastung dar und der Arzt erhält Aufschlüsse über pathologische Kammerwinkelveränderungen sowie den Krankheitsschweregrad. Darüber hinaus hat die Methode den Vorteil, dass sie sich einfach anwenden lässt.