Harninkontinenz

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Für viele Betroffene ist es eine unangenehme Angelegenheit, über die sie ungern sprechen: Blasenschwäche. Gerade deshalb ist eine einfühlsame und kompetente Untersuchung sowie Beratung, die individuell auf den Patienten abgestimmt ist, enorm wichtig.

Sind Sie als Frau von unkontrolliertem Urinabgang betroffen, steht Ihnen unser Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Spezialist für operative Gynäkologie vertrauensvoll zur Seite. Profitieren Sie von seinen Erfahrungen im Bereich der Chirurgie und den modernen Behandlungsmethoden.

Was ist Harninkontinenz?

Urin sammelt sich normalerweise in der Harnblase, von wo er kontrolliert beim Toilettengang entweicht. Als Kontinenz wird in der Medizin die Fähigkeit bezeichnet, Harnausscheidungen kontrollieren zu können. Schon im Kindesalter entwickelt sich diese Fähigkeit.

Kann die Blase den Urin jedoch nicht oder nicht vollständig speichern, zeigt sich ein unkontrollierter Abgang von kleineren Urinmengen. Die Medizin spricht auch von einer Blasenschwäche. Eine schwache Blase kann dabei Menschen jeden Lebensalters treffen, ältere Menschen sind aber häufiger davon betroffen.

Harninkontinenz Symptome

Die Harninkontinenz Symptome sind von der jeweiligen Form der Blasenschwäche abhängig. Typischerweise zeigen sich folgende Anzeichen:

  • Urinverlust bei erhöhtem Druck im Bauchraum, wie er beispielsweise beim Niesen und Husten, beim Treppensteigen, beim Wandern oder auch bei Gymnastik auftritt
  • plötzlich eintretender starker Harndrang, der sich oft nicht oder nur schwer unterdrücken lässt und dann mit einem schwallartigen Urinabgang einhergeht
  • ständiges Harnträufeln, also regelmäßiger Urinverlust in sehr geringen Mengen

Harninkontinenz Ursachen

Die Harninkontinenz Ursachen bei der Frau sind sehr vielfältig. Zwar tritt eine Blasenschwäche häufig im Alter auf, eine typische Alterserscheinung ist sie allerdings nicht.

Die Harnblase hat zunächst die Aufgabe, Urin über einen längeren Zeitraum zu speichern. Der Blasenmuskel bildet zusammen mit dem Bindegewebe die Blasenwand und ist entspannt. So kann sich die Blase mit Urin füllen und ausdehnen. Der Schließmuskel der Harnblase ist in dieser Zeit angespannt und dichtet so die Harnblase ab.

Weiterhin muss die Harnblase sich entleeren, wenn dies notwendig wird. Der Blasenmuskel zieht sich dann zusammen und der Schließmuskel der Harnblase sowie die Beckenbodenmuskulatur erschlaffen, so dass Urin durch die Harnröhre abfließen kann.

Für ein reibungsloses Funktionieren der Blasenkontrolle müssen Zentren in Gehirn und Rückenmark sowie alle beteiligten Muskeln und Nerven intakt sein. Nur so ist eine sinnvolle Zusammenarbeit möglich. Es kann durch unterschiedliche Ursachen allerdings dazu kommen, dass dieses fein aufeinander abgestimmte System gestört wird.

Hauptursache: Schwache Beckenbodenmuskulatur

Der Beckenboden des Menschen besteht aus Muskeln und Bindegewebe. Zwischen Schambein, Steißbein und den beiden Sitzbeinhöckern an der Seite bildet er die untere Begrenzung des Beckens. Durch Muskeln und Bänder des Beckenbodens werden die Beckenorgane in ihrer Position gehalten und auch der Blasenschließmuskel gestützt. Seine Funktion ist es, sich an- und entspannen zu können. Ist ein Anspannen allerdings nicht mehr möglich, dann kann es zum unkontrollierten Harnverlust kommen.

Vor allem durch Schwangerschaft und Geburt kommt es zu einer starken Beanspruchung und Dehnung des Beckenbodens. In der Folge kann die Blase nicht mehr richtig geschlossen werden und es kommt zu einer – meist nur vorübergehenden – Blasenschwäche.

Weitere Ursachen

Je nach Form der Blasenschwäche können noch weitere Ursachen in Frage kommen:

  • Harnwegsinfektionen (z. B. Blasenentzündung)
  • Blasen- oder Harnwegssteine
  • Tumoren der Harnblase oder auch der ableitenden Harnwege
  • Nervenschädigungen (z. B. bei Diabetes mellitus)
  • Demenzerkrankungen
  • Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall
  • Hirntumore
  • Operationen im Beckenbereich
  • Senkung oder Vorfall der Gebärmutter
  • Bandscheibenvorfall
  • Querschnittslähmung
  • offener Rücken
  • Wechseljahre (sinkender Östrogenspiegel sorgt für eine Überempfindlichkeit der Blase)

Besteht bereits eine Blasenschwäche, kann diese durch bestimmte Faktoren verstärkt werden. Dazu gehören:

  • Medikamente wie Diuretika (zur Entwässerung), Antidepressiva, Neuroleptika
  • Alkohol
  • Übergewicht

Formen der Blasenschwäche

Eine Blasenschwäche kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. In der Medizin werden deshalb verschiedene Formen unterschieden.

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz ist auch als so genannte Reizblase (überaktive Blase) bekannt. Ein überfallartig auftretender und starker Harndrang ist charakteristisch für diese Form. Der Urin geht schwallartig ab.

Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz wird auch als Stressinkontinenz bezeichnet. Wie es der Name erahnen lässt, gehen hier vor allem unter Belastung (z. B. bei körperlicher Anstrengung wie Heben und Tragen schwerer Gegenstände, Treppensteigen, Niesen und Husten, Lachen) einige Tropfen Urin ab.

Mischinkontinenz

Treten Drang- und Belastungsinkontinenz zusammen auf, dann wird von einer Mischinkontinenz gesprochen.

Überlaufinkontinenz

Leiden Sie unter dieser Form der Blasenschwäche, ist eine willkürliche Leerung der Harnblase nicht möglich. Sobald die Harnblase voll ist, kommt es zu einem starken Druck und unwillkürlichem, plötzlichen Urinabgang. Die Blase läuft sozusagen über.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz geht mit plötzlichem Urinabgang einher. Harndrang wird dabei nicht verspürt. Die Blasenentleerung kann nicht willentlich begonnen oder unterbrochen werden. Typische Ursachen für diese Form sind Verletzungen oder Fehlbildungen von Nervenbahnen.

Extraurethrale Harninkontinenz

Bei der extraurethralen Harninkontinenz handelt es sich um eine Sonderform, bei der Harn nicht über die Harnröhre entweicht. Ursächlich dafür ist entweder eine angeborene Fehlbildung oder eine Fistel (so genanntes “unnatürliches Verbindungskanälchen zwischen zwei Hohlorganen oder einem Hohlorgan und der Oberfläche des Körpers). Urin kann dann entweder über die Hauptöffnung oder auch über Scheide oder After abgehen. Der Urin geht ständig und unkontrolliert ab.

Harninkontinenz Diagnostik

Im Rahmen der Harninkontinenz Diagnostik erfolgt zunächst die Anamnese. Der Arzt wird dazu folgende Fragen abklären:

  • In welchen Situationen verlieren Sie Urin? (z. B. beim Husten)
  • Wir stark ist der Urinverlust ausgeprägt?
  • Geht der Urinverlust mit einem Harndrang einher?
  • Sind Sie von plötzlich einsetzendem Harndrang betroffen und tritt dieser nur beim Gehen und Stehen oder auch im Sitzen und Liegen auf?
  • Leiden Sie unter bestimmten Erkrankungen?
  • Nehmen Sie derzeit Medikamente ein?

Aufschluss kann zunächst ein Toiletten- und Trinkprotokoll geben, bis zu acht Mal täglich i