Spermauntersuchung

Terminanfrage

Das Spermiogramm ist ein zentraler Eckpfeiler für die Beurteilung der Fertilität eines Mannes. Unsere Experten aus der Urologie in Berlin erklären Ihnen ausführlich, was die Werte Ihres Spermiogramms bedeuten und welche Maßnahmen Sie gegebenenfalls ergreifen können.

Was ist ein Spermiogramm?

Als Spermiogramm bezeichnen unsere Fachärzte das Ergebnis einer Ejakulatanalyse (= Samentest). Die Ejakulatdiagnostik stellt hinsichtlich der Abklärung der männlichen Sterilität eine zentrale Säule dar. Sie wird insbesondere bei Verdacht auf Zeugungsunfähigkeit bei Kinderwunsch und zur Sicherstellung der Sterilität nach einer Vasektomie durchgeführt.

Parameter der Ejakulatuntersuchung (Samentest)

  • Volumen
  • pH-Wert
  • Spermiengesamtzahl
  • Spermienkonzentration
  • Spermienmotilität
  • Spermienmorphologie
  • Spermienvitalität
  • Auftreten von Spermienantikörpern und Leukozyten

Anhand dieser Parameter beurteilt unser Spezialist aus der Urologie die Qualität Ihrer Spermien. Dabei untersucht er mit jedem Parameter jeweils ein anderes Qualitätsmerkmal.

Ejakulatvolumen

Das Volumen wird mithilfe speziell geeichter Gefäße oder einer Gewichtsmessung (1 ml = ca. 1 g) bestimmt. Es sollte mindestens 1,5 Milliliter betragen.

PH-Wert

Der pH-Wert wird mithilfe eines Indikatorpapiers bestimmt und sollte zwischen 7,2 und 8 liegen. Ein unterhalb von 7,2 liegender Wert kann ein Hinweis auf eine Behinderung (Obstruktion) in den Samenwegen sein, während ein Wert über 8 das Vorliegen einer Entzündung indizieren kann.

Spermiengesamtzahl und -konzentration

Zur Bestimmung der Spermienkonzentration (Spermiendichte) werden alle ausgereiften Spermien aus einer kleinen Menge der Probe unter dem Phasenkontrastmikroskop bei 400-facher Vergrößerung in einem festgelegten Bereich ausgezählt. Mithilfe bestimmter Formeln werden anschließend Spermienkonzentration und -gesamtzahl berechnet. Die Spermienkonzentration bezieht sich auf die Anzahl von Spermien pro Milliliter Ejakulat und sollte optimalerweise mindesten 15 Mio./ml betragen. Mit der Spermiengesamtzahl wird dagegen die gesamte Spermienanzahl im Ejakulat bestimmt. In Ihrem Ejakulat sollten mindestens 39 Millionen Spermien vorzufinden sein.

Spermienmotilität (Spermienbeweglichkeit)

Die Spermienmotilität bestimmt unser Spezialist, indem er das Ejakulat verflüssigt und unter dem Phasenkontrastmikroskop betrachtet. Hierbei wertet er zweimal jeweils 200 Spermien aus. Diese werden nach den Kategorien progressive Motilität, nicht-progressive Motilität und Immotilität klassifiziert. Progressiv motile Spermien bewegen sich linear oder im großen Bogen aktiv und zielgerichtet vorwärts, während nicht-progressiv motile Spermien alle anderen Beweglichkeitsmuster ohne Progression wie Schwimmen in kleinen Kreisen oder Schwanzbewegungen aufweisen. Immotile Spermien bewegen sich nicht. Insgesamt sollten sich mindesten 40 Prozent der untersuchten Spermien in irgendeiner Weise bewegen (= Gesamtmotilität) und von diesen ein Drittel eine progressive Beweglichkeit aufweisen.

Spermienmorphologie

Zur Beurteilung der Spermienmorphologie werden zweimal 200 Spermien aus einem Tropfen des Ejakulats unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Färbemethoden begutachtet. Unser Urologe unterscheidet hier zwischen Normalformen und Defektformen. Bei Defektformen liegen Anomalien an Kopf-, Schwanz- und/oder Mittelstück vor. Als Referenzwert gilt hier, dass mindestens 4 Prozent der Spermien normal geformt sein sollten.

Spermienvitalität

Da immotile Spermien nicht automatisch tot sein müssen, wird zusätzlich die Spermienvitalität bestimmt. Hierzu führt unser Facharzt spezielle Tests durch. Vitale (lebendige) Spermien haben beispielsweise eine intakte Membran und lassen daher keine Farbstoffe durch. Dieser Effekt wird beim sogenannten Eosin-Test genutzt. Hierfür gibt unser Spezialist den Spermien den Farbstoff Eosin zu. Bei toten Spermien verfärbt sich der Spermienkopf aufgrund der Membrandurchlässigkeit rötlich. In der untersuchten Probe sollten mindestens 58 Prozent der Spermien vital sein.

Auftreten von Spermienantikörpern und Leukozyten

Kann unser Spezialist im Ejakulat Leukozyten nachweisen, kann dies auf eine Infektion/Entzündung im Bereich der Samenwege hinweisen. Hierzu gibt er der Probe Wasserstoffperoxid bei. Dieses reagiert mit der in den Leukozyten enthaltenen Peroxidase und sorgt für eine Braunfärbung der Leukozyten. Ihr Ejakulat sollte nicht mehr als 1 Mio. Leukozyten pro Milliliter enthalten. Allerdings lässt sich eine Infektion auch bei geringerer Leukozytenzahl nicht hundertprozentig ausschließen.

MAR-Test

Konnte unser Facharzt bei der Beurteilung Ihres Ejakulats sogenannte Agglutinationen, bei welchen Spermien aneinanderhaften, feststellen, ist das ein Hinweis auf Autoantikörper. Er wird in diesem Fall zusätzlich einen MAR-Test („mixed antiglobulin reaction“-Test) zum Nachweis der Autoantikörper auf der Oberfläche Ihrer Spermien durchführen. Das Vorhandensein von Autoantikörper kann auf eine Verletzung des Samenleiters hinweisen. Da die Spermien miteinander verkleben, können sie sich weniger gut vorwärtsbewegen, was die Zeugungsfähigkeit negativ beeinflusst. Beim MAR-Test sollte bei nicht mehr als 50 Prozent Ihrer Spermien solche Antikörper nachgewiesen werden.

Was müssen Sie vor einer Spermauntersuchung beachten?

Vor einer Ejakulatanalyse sollten Sie für drei bis fünf Tage vor der Untersuchung sexuell nicht aktiv gewesen sein (keine Ejakulation), um das Resultat nicht zu verfälschen. Ein längeres Karenzintervall wirkt sich nicht positiv auf das Testergebnis aus. Vorteilhaft ist die Ejakulatgewinnung in der Nähe des Labors, das die Probe untersuchen wird. Wir empfehlen Ihnen daher die unserer Meoclinic in Berlin extra bereitgestellten Räumlichkeiten zu nutzen.

Gründe für ein schlechtes Ergebnis bei der Spermauntersuchung

Im deutschsprachigen Raum bleibt etwa jede sechste Ehe ungewollt kinderlos. Als Sterilität (mitunter streng genommen inkorrekt auch Infertilität genannt) bezeichnen unsere Fachärzte die Unfähigkeit eines Paares, innerhalb eines Jahres trotz regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger werden zu können. In der Hälfte der Fälle ist diese auf den Mann und eine suboptimale Ejakulationsanalyse zurückzuführen. Ein Spermiogramm mit Werten unter den Referenzwerten kann viele Ursachen haben. Die einzelnen Parameter können bereits einen Hinweis auf eine mögliche Grunderkrankung geben. Die Fertilität des Mannes kann dabei durch folgende Faktoren herabgesetzt sein:

  • genetische oder erworbene urogenitale (= auf den Harn- und Geschlechtsapparat bezogene) Abnormalitäten
  • Infektionen im Urogenitaltrakt
  • Temperaturerhöhung im Hodensack (u. a. bei manifesten Varikozelen)
  • endokrinologische Störungen
  • genetisch bedingte Störungen
  • immunologische Faktoren

In etwa ein Drittel der Fälle können keine männlich-assoziierten Sterilitätsfaktoren identifiziert werden (= idiopathische Sterilität des Mannes). Letztendlich ist ein Spermiogramm aber auch nichts anderes als eine Momentaufnahme. Daher wird empfohlen, dieses bei Abweichungen von den Normwerten nach einigen Wochen zu wiederholen.

Schlechter Samentest bedeutet nicht gleich Unfruchtbarkeit

Berücksichtigen Sie zudem, dass ein Unterschreiten der Normwerte nicht sofort mit einer Unfruchtbarkeit gleichzusetzen ist. So können beispielsweise auch Männer, die weniger als 32 Prozent an progressiv beweglichen Spermien aufweisen, Kinder zeugen. Abweichungen bei einzelnen Parametern senken zwar die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft, zugleich ist ein „normales“ Spermio