Kieferfehlstellungen – Arten und Behandlung

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Bei Kieferfehlstellungen passt die Lage von Ober- und Unterkiefer nicht zusammen. Die Behandlung kann mitunter operativ erfolgen und durch Kinnplastiken ergänzt werden.

Was sind Kieferfehlstellungen?

Fehlstellungen des Kiefers oder der Zähne kommen häufig vor. Dabei leiden die Betroffenen nicht nur unter ästhetischen Problemen. So sind auch gesundheitliche Folgen wie Karies, Parodontitis oder Schleimhautentzündungen oft eine unangenehme Begleiterscheinung. In manchen Fällen leiden zudem Sprechen, Beißen oder Kauen unter der Fehlstellung (Dysgnathie).

Im Idealfall gehen Ober- und Unterkiefer sowie deren Zähne ineinander über. Dadurch entsteht der korrekte Biss und der Mensch kann optimal kauen und sprechen. Ein perfektes Gebiss besteht aber nur bei jeder 20. Person.

Betroffen von Kieferfehlstellungen sind vor allem Kinder und Jugendliche. So bestehen bei rund 60 Prozent Dysgnathien, die wiederum bei 50 Prozent bereits angeboren sind.

Die operative Behandlung der Dysgnathien ist ein Teilbereich der MKG (Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie).

Unterschiedliche Arten der Kieferfehlstellung

Es wird zwischen mehreren Arten der Dysgnathie unterschieden. Dazu gehören:

Kieferfehlstellung Überbiss

Von einem Überbiss (Prognathie) spricht der Facharzt, wenn der Oberkiefer vorsteht. Während der Unterkiefer zu klein ausfällt, ist der Oberkiefer im Verhältnis zu ihm zu groß. Auch der Abstand der oberen Schneidezähne zu den unteren Schneidezähnen fällt zu groß aus.

Durch eine Kieferfehlstellung wie einen Überbiss leidet auch das Gesichtsprofil. Außerdem können Schwierigkeiten der Schneidezähne beim Abbeißen entstehen und das Kariesrisiko ansteigen.

Kieferfehlstellung Deckbiss

Der Deckbiss trägt auch die Bezeichnung Tiefbiss. Dabei werden die Schneidezähne des Unterkiefers von den Schneidezähnen des Oberkiefers bedeckt. Sogar zu Berührungen des Zahnfleisches kann es kommen, was wiederum das Verletzungsrisiko erhöht. Nicht selten leiden die Betroffenen unter Beschwerden am Kiefergelenk.

Kieferfehlstellung Vorbiss

Der Vorbiss ist auch als Progenie bekannt und gilt als Gegensatz zum Überbiss. In diesem Fall fällt der Unterkiefer zu groß aus, sodass sich die unteren Zähne vor den oberen Zähnen positionieren.

Kieferfehlstellung Kreuzbiss

Besteht ein Kreuzbiss, können die seitlichen Zähne nicht korrekt aufeinanderbeißen und die Oberkieferzähne rücken zu weit nach innen. Im Unterkiefer können sie aber auch zu weit nach außen stehen. Unterschieden wird beim Kreuzbiss nach Kopfbiss, einseitigen Kreuzbiss und beidseitigen Kreuzbiss.

Weitere Kieferfehlstellungen sind:

  • der offene Biss, der durch Daumenlutschen entsteht
  • der Engstand, bei dem die Zähne zu wenig Platz im Kiefer haben
  • das Lückengebiss, bei dem sich größere Lücken zwischen den Zähnen bilden.

Kieferfehlstellung Ursachen

Die meisten Kiefer- und Zahnfehlstellungen sind bereits angeboren, was besonders auf den Unterkiefer zutrifft. Dabei kann ein Kind den Umfang seines Kiefers von einem Elternteil erben und die Größe der Zähne von dem anderen Elternteil, was Missverhältnisse zur Folge hat.

Kieferfehlstellung Ursachen – Risikofaktoren

Es gibt außerdem verschiedene Risikofaktoren, die eine Kieferfehlstellung begünstigen wie:

  • das regelmäßige Tragen von Schnullern über das 3. Lebensjahr hinaus
  • die Ernährung des Babys mit der Flasche anstatt des Stillens
  • Mundatmung durch HNO-Erkrankungen oder Asthma
  • Karies
  • Unfälle
  • das ständige Beißen auf Zähne oder Lippen

Kieferfehlstellung beim Kind

Eine Kieferfehlstellung beim Kind ist keine Seltenheit. So sollten die Eltern schon frühzeitig darauf achten, ob die Zähne ihres Kindes womöglich schief anstatt gerade wachsen und ob die Backenzähne von Ober- und Unterkiefer nicht zusammenpassen.

Weiterhin kann es vorkommen, dass die Kiefergelenke nicht richtig schließen. Findet in solchen Fällen keine Behandlung statt, drohen für das restliche Leben Folgeerkrankungen physischer und psychischer Natur.

Kieferfehlstellung Symptome

Kieferfehlstellungen können unangenehme Beschwerden nach sich ziehen. Dazu gehören in erster Linie Probleme beim Kauen, weil dieses durch die Fehlstellung schwieriger verläuft. Aber auch Muskelverspannungen, die vom Kiefergelenk in die Nacken- und Schulterregion übergehen, machen den Betroffenen oft zu schaffen. Weitere mögliche Kieferfehlstellung Symptome sind:

  • eine verstärkte Mundatmung, die eine höhere Infektanfälligkeit verursacht
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • Schwierigkeiten beim Verschluss der Lippen
  • Verschiebungen oder Verdrehungen der Zähne
  • Sprachstörungen

Mitunter kommen noch ästhetische Probleme wie ein stark fliehendes oder vorstehendes Kinn hinzu, die sich auf das gesamte Erscheinungsbild des Betroffenen auswirken.

Behandlung von Kieferfehlstellungen in der MEOCLINIC Berlin

Die MEOCLINIC in Berlin umfasst auch die Fachgebiete der Kieferorthopädie, Zahnheilkunde sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG). Dabei setzen unsere Spezialisten die modernsten Behandlungen und Wirkstoffe ein. Für den Fall, dass eine operative Fehlbisschirurgie wie Kinnplastiken notwendig sind, steht Ihnen unser besonders qualifizierter Spezialist für MKG mit Rat und Tat zur Verfügung.

Kieferfehlstellung Diagnose

Vor der Therapie der Kieferfehlstellung muss eine exakte Diagnose erfolgen. Dabei klärt der kieferorthopädische Spezialist die Beschwerden des Patienten ab und überprüft dessen Zahnapparat und Gesichtsform. Vor allem der Stand von Ober- und Unterkiefer ist wichtig. Gleiches gilt für die Beweglichkeit von Kiefer, Lippen und Zunge.

Beim ersten Besuch fertigt unser Facharzt zumeist einen Abdruck vom Oberkiefer und Unterkiefer an, um ein Gipsmodell des Kiefers erstellen zu können. Außerdem finden Röntgenaufnahmen des Gebisses statt.

Kieferfehlstellung Behandlung

Eine Kieferfehlstellung Behandlung von Kindern erfolgt normalerweise konservativ mit Zahnspangen, die dem Kiefer zur optimalen Form verhelfen. Als sinnvoll gilt eine Behandlung im Alter zwischen 9 und 13 Jahren, weil das Wachstum des Kiefers dann noch nicht beendet ist. In schweren Fällen kann die Therapie jedoch schon bei einem Milchzahngebiss erforderlich sein.

Bei erwachsenen Patienten ist eine alleinige konservative Behandlung allerdings nur dann angebracht, wenn es sich lediglich um schief ausgerichtete Zähne oder Lageveränderungen handelt.

Fehlbisschirurgie wie Kinnplastiken

Ist die Form der Kieferknochen für die Fehlstellung des Kiefers ursächlich, reicht eine konservative Behandlung nicht aus. Zur Behebung ist eine Operation wie eine Umstellungs-Osteotomie erforderlich, durch die sich Ober- und Unterkiefer in die gewünschte Position bringen lassen. Die Operation verkürzt oder verlängert den Kiefer. Weil dies wiederum Lücken oder Engstände zur Folge haben kann, muss der Patient im Anschluss eine Zahnspange tragen.

Ist auch das Kinn von der Kieferfehlstellung betroffen, lässt sich die Kieferverlagerung mit einer Kinnplastik, auch Kinnkorrektur oder Genioplastik genannt, verbinden. Bei diesem Verfahren vergrößert oder verkleinert unser Spezialist das Kinn. Dazu reicht ein ambulanter Eingriff aus. Der Patient bekommt zuvor eine lokale Betäubung.

Zur Kinnverkleinerung trennt der Operateur das Kinn ab und versetzt es in die hintere Richtung. Um das Kinn zu vergrößern, lässt sich der Knochen in die vordere Richtung verschieben. Es gibt aber auch die Alternative, ein Implantat einzusetzen. Das Verfahren des Knochenversetzens hat jedoch den Vorteil, dass kein fremdes Material in den Körper eingebracht werden muss.

Im Anschluss an die Kinnplastik sollte der Patient hochliegend schlafen und Kompressen zum Kühlen benutzen, um Schwellungen entgegenzuwirken. Zur Stützung der Kinnpartie erhält er einen speziellen Verband. Das Ziehen der Fäden erfolgt nach etwa 8 Tagen.