Beckenbodenchirurgie

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In der Regel leiden besonders Frauen darunter, wenn der Beckenboden seine stützende Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Schmerzen, Druck- und Schweregefühle, Verstopfung und Erkrankungen der Blase gehören zu den Krankheitsbildern, die ein geschwächter Halteapparat im Unterbauch verursachen kann. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden durch eine konservative Behandlung lindern. Bleiben die Symptome aber hartnäckig, bietet die operative Gynäkologie unterschiedliche Möglichkeiten, das stabilisierende Bindegewebe zu stärken.

Ein Spezialist verfolgt grundsätzlich zwei unterschiedliche Ziele im Rahmen der Beckenbodenchirurgie. Eine OP kann einerseits restaurativ wirken, indem sie Gewebestruktur und Organfunktionen wiederherstellt, ohne dass körperfremde Implantate zum Einsatz kommen. Andererseits kann der Eingriff einen prothetischen Zweck erfüllen, wenn in der Beckenbodenchirurgie Netze oder Bänder die Stützfunktionen übernehmen. Unsere Spezialisten für Beckenbodenchirurgie in Berlin bieten eine individuelle Patientenberatung an und informieren Sie über die unterschiedlichen Verfahren der operativen Gynäkologie.

Aufbau und Funktion des Beckenbodens

Der Beckenboden ist ein System von Muskeln und Bindegewebe, das die Beckenhöhle nach unten abschließt. Schambein, Steißbein und die zwei Sitzbeinhöcker bilden die knöcherne Begrenzung. Im hinteren Bereich (Diaphragma pelvis) gehört der große Darmschließmuskel (Musculus levator ani) zum Beckenboden. Der Mastdarm durchbricht in dieser Region die Gewebestrukturen. Die Harnröhre und bei der Frau die Scheide durchdringen das dichte Geflecht von Muskelfasern, Bändern und Faszien im vordere Beckenbodenteil (Diaphragma urogenitale).

Der Beckenboden ist u.a. dafür zuständig die inneren Organe im Bauchraum zu tragen sowie vor Stößen und Druckwellen zu schützen. In Zusammenarbeit mit dem Zwerchfell unterstützt er die Muskulatur beim Atmen und Sprechen und während der Schwangerschaft stützt er die Gebärmutter und das ungeborene Kind und erleichtert den Geburtsvorgang.

Ursachen und Symptome der Beckenbodenschwäche

Verschiedene Risikofaktoren tragen dazu bei, dass der Beckenboden seine stützende Funktion nicht ausreichend erfüllen kann. Dazu gehören:

  • angeborene Formen der Muskelschwäche
  • Überanstrengung durch intensive körperliche Aktivität
  • starke Gewichtsreduktion
  • starkes Übergewicht mit hohem Druck auf die inneren Organe
  • chronische Verstopfung
  • chronischer Husten, wie er beispielsweise bei Rauchern vorkommt
  • in seltenen Fällen Tumore im Bereich des Beckens
  • mechanische Belastungen und Überdehnung im Verlauf einer oder mehrerer Schwangerschaften und Geburten
  • hormonelle Einwirkungen auf das Bindegewebe während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren
  • einen verstärkten Verlust der Stabilität im Alter

Ein zunehmend schwaches Bindegewebe verursacht im Beckenboden Schmerzen sowie Druck- und Fremdkörpergefühle. Im fortgeschrittenen Stadium entwickeln sich darüber hinaus erweiterte Krankheitsbilder wie

  • Belastungsinkontinenz mit unwillkürlichem Harnverlust bei körperlicher Anstrengung, beim Husten, Lachen oder Niesen
  • Dranginkontinenz, mit einem plötzlichen, nicht kontrollierbaren Harndrang vorwiegend bei Männern
  • Stuhlinkontinenz
  • Senkung oder Vorfall der Scheide, beziehungsweise der Gebärmutter
  • Blasen- oder Darmsenkung.

Frauen leiden meist besonders stark unter einer Erkrankung des Beckenbodens. Schmerzen, Inkontinenz und Senkungsbeschwerden können die Lebensqualität dabei erheblich einschränken. Ein wichtiger Schritt zur Besserung ist deshalb eine ausführliche Diagnostik durch einen unserer Spezialisten.

Diagnostik der Beckenbodeninsuffizienz

In der Beckenbodensprechstunde geht es zunächst um eine ausführliche Anamnese. Dabei ermittelt Ihr Facharzt Ihre Krankengeschichte, indem er nach Beschwerden, Vorerkrankungen und vorangegangenen Behandlungen fragt. Im Anschluss klärt der Spezialist den körperlichen Zustand ab, wobei er

  • eine gynäkologische Untersuchung durchführt, um die Position der Scheide zu bestimmen sowie die inneren Organe im kleinen Becken und die Beckenbodenmuskulatur abzutasten
  • den Restharn in der Blase mithilfe einer Ultraschalluntersuchung bestimmt
  • anhand einer Ultraschalluntersuchung den Zustand der inneren Organe beurteilt und abklärt, ob eine Beckenbodensenkung vorliegt
  • einen Hustentest mit gefüllter Blase durchführen lässt, um zu prüfen, ob die Patientin unwillkürlich Harn verliert
  • einen Vorlagenwiegetest veranlasst, wobei die Patientin eine Vorlage trägt, die nach körperlicher Anstrengung bei gefüllter Blase gewogen wird, um den Umfang des Harnabgangs zu prüfen
  • eine urodynamische Messung durchführt, um den Druck in der Harnblase und die Verschlussfunktion der Harnröhre zu ermitteln.

Die Erkenntnisse der Diagnostik fließen in einen individuellen Behandlungsplan ein. Dabei bietet nicht immer die Beckenbodenchirurgie die Behandlung der ersten Wahl. Anstelle von operativer Gynäkologie kommen zunächst meist konservative Therapien zum Einsatz.

Behandlung von Erkrankungen des Beckenbodens ohne Chirurgie

Bei der Therapie von Erkrankungen des Beckenbodens muss Chirurgie nicht zwingend die einzige Lösung bieten. In vielen Fällen helfen konservative Maßnahmen den Beckenboden zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern, dazu gehören:

  • Beckenbodengymnastik
  • die Behandlung der Belastungs- und Dranginkontinenz mit Medikamenten
  • die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durch Reizstrom im Rahmen einer mehrmonatigen Elektrotherapie
  • der Einsatz eines Pessars mit stützender Funktion

Kommt eine konservative Therapie nicht infrage oder sind die Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, hilft im Rahmen der Beckenbodenchirurgie eine OP, die auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt ist.

Beckenbodenchirurgie: Behandlung der Beckenbodenschwäche im Rahmen der operativen Gynäkologie

Die operative Gynäkologie bietet unterschiedliche Möglichkeiten, die Beschwerden einer Beckenbodeninsuffizienz gezielt zu behandeln.

Je nach Krankheitsbild kann der Eingriff über die Scheide, mithilfe eines Bauchschnitts oder laparoskopisch erfolgen. Meist dienen Kunststoffbänder dazu, das Gewebe zu stabilisieren. Stellt der Arzt eine ausgedehnte Senkung fest, können in der Beckenbodenchirurgie auch Netze die stützende Funktion übernehmen. Ob bei einer Schwäche des Beckenbodens die Chirurgie das passende Heilverfahren bereithält und welche Operationsmethode infrage kommt, entscheidet der Einzelfall. Unsere E