Kolposkopie

Untersuchung von Gebärmutterhals und Scheide

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Bei einer kolposkopischen Untersuchung inspiziert der Frauenarzt die Scheide (Vagina) sowie die sichtbaren Anteile des Gebärmutterhalses (Ektozervix) mithilfe eines speziell entwickelten Untersuchungsmikroskops – dem sogenannten Kolposkop. Die Kolposkopie ist vorrangig eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung. Sie wird zusätzlich zum Zellabstrich durchgeführt, wenn dieser Auffälligkeiten aufweist.

Geschichte der kolposkopischen Untersuchung

Die Geburtsstunde der kolposkopischen Untersuchung (auch Vaginoskopie) geht auf den deutschen Arzt Hans Hinselmann zurück. Dieser hat in den 1920er Jahren eine Optik mit 6- bis 12-facher Vergrößerung entwickelt und mit dieser Gewebeveränderungen im Vaginalbereich untersucht und klassifiziert. Er hat damit die Kolposkopie – zu Deutsch „Scheidenspiegelung“ von griechisch „kolpos“ (= Scheide) und „skopia“ (= Spiegelung) – begründet und einen bedeutenden Beitrag zur Krebsfrüherkennung geleistet.

Diese spezifische Form der Scheidenspiegelung ist auch heute noch eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Gewebeveränderungen im weiblichen Genitaltrakt. Die heuten verwendeten optischen Geräte (Kolposkope) funktionieren im Grunde wie ein Fernglas mit Beleuchtung und vergrößern den zu untersuchenden Bereich um das Sechs- bis Vierzigfache.

Wie läuft die Untersuchung von Gebärmutterhals und Scheide ab?

Sie können die Untersuchung bei uns in Berlin in der Frauenheilkunde von einem Facharzt durchführen lassen. Unser Spezialist führt sie ambulant durch. Eine Betäubung wird zumeist nicht benötigt. Die Untersuchung dauert zwischen 10 und 20 Minuten. Direkt im Anschluss an die Untersuchung können Sie wieder nach Hause gehen.

Vorbereitung der Untersuchung

Nachdem Sie auf dem Gynäkologenstuhl Platz genommen haben, führt der Spezialist zunächst vorsichtig ein sogenanntes Spekulum (Metallspatel) ein, um Ihre Scheidenwände zu entfalten und so „freie Sicht“ zu schaffen. Anschließend positioniert Ihr Arzt das Kolposkop vor die Scheide, um Vulva, Vagina und den Übergang vom Gebärmutterhals in die Vagina (Portio vaginalis uteri) zu beleuchten. Das Kolposkop wird hierfür nicht eingeführt.

Schritt 1: Die Nativkolposkopie

In einem nächsten Schritt führt Ihr Arzt eine sogenannte Nativkolposkopie durch, bei welcher das Gewebe ohne eine Zugabe von Lösungen inspiziert wird. Bei dieser kann Ihr Arzt bereits einige auffällige Veränderungen erkennen. Zu diesen gehören beispielweise weiße Schleimhautbereiche, die Mediziner als Leukoplakie bezeichnen. Diese können auf Krebszellen hinweisen, müssen es aber nicht. Auch die Gefäße können bereits bei dieser Nativkolposkopie beurteilt werden. Hierzu kann Ihr Arzt zusätzlich einen Grünfilter verwenden, der die Gefäße gut sichtbar hervortreten lässt.

Schritt 2: Essig- und Jodprobe

Anschließend führt Ihr Arzt nacheinander zwei Proben mit speziellen Lösungen durch, die farbliche Veränderungen am untersuchten Gewebe hervorrufen. Anhand des beobachteten Verhaltens der Gewebezellen nach der Lösungszugabe (Verfärbung oder keine Verfärbung) kann der Arzt kleinste Veränderungen am Gewebe wie Defekte, Geschwülste und Blutungen erkennen.

Hierzu betupft Ihr Arzt zunächst den gesamten anogenitalen Bereich mit 3- bis 5%iger Essigsäure, was mit einem leichten Brennen einhergehen kann. Unter Zugabe der Essigsäure verfärben sich gesunde Gewebezellen nicht, während krankhaft veränderte Zellen weißlich („essigweiß“) werden. Geschwindigkeit und Intensivität dieser Weißfärbung geben bereits Aufschluss über das Ausmaß der Zellveränderungen: Je fortgeschrittener diese Zellveränderungen sind, desto rascher und intensiver werden die betroffenen Zellen essigweiß.

In einem weiteren Schritt betupft Ihr Arzt die Schleimhaut Ihres inneren Genitals mit einer Jodlösung (Schiller-Jod oder Kaliumjodidlösung). Bei dieser Jodprobe nehmen gesunde Schleimhautzellen das zugefügte Jod auf und verfärben sich braun. Krankhaft veränderte Gewebezellen verfärben sich dagegen nicht (= jodnegativer Bereich).

Schritt 3: Gewebeentnahme

Zeigen sich krankhafte Zellveränderungen, entnimmt der Arzt aus den auffälligen Bereichen Gewebeproben (u. a. Zervikalabstrich, Biopsie). Diese werden anschließend in einem Labor feingeweblich aufbereitet und untersucht. Die feingewebliche Untersuchung lässt Rückschlüsse auf die Schwere der Zellveränderungen zu und ist ausschlaggebend für die anschließende Wahl der Behandlung.

Schritt 4: Blutungsprävention

Abschließend gibt Ihr Arzt eine chemische Substanz auf die untersuchten und biopsierten Bereiche, die Blutungen vorbeugen.

Wann führt der Facharzt die Untersuchung durch?

Der Frauenarzt führt diese Untersuchung von Scheide und Gebärmutterhals immer dann durch, wenn ein vorher durchgeführter PAP-Abstrich Unregelmäßigkeiten aufzeigt. Auffälligkeiten können durch sehr unterschiedliche Faktoren wie eine Infektion mit Viren, Bakterien oder Hefen, aber auch durch Veränderungen der Gebärmutterhalszellen in den Wechseljahren hervorgerufen werden.

In vielen Fällen werden sie durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) verursacht, die als Ursache für eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses gilt. Allerdings gibt ein positiver HPV-Test noch keinen Aufschluss über eine mögliche Krebserkrankung, ganz im Gegenteil. Um aber sicherzugehen, wird zusätzlich eine Untersuchung des Gebärmutterhalses erforderlich. Daneben kommt eine genauere Untersuchung auch in folgenden Fällen infrage:

  • Verdacht auf Vorliegen einer Krebserkrankung oder einer Krebsvorstufe
  • Krebsnachsorge
  • beim PAP-Test festgestellte Veränderungen des Gebärmutterhalses
  • nachgewiesene Infektionserkrankungen
  • Entzündungen
  • Blutungen oder Schmierblutungen, deren Ursache unbekannt ist
  • anhaltender Scheidenausfluss
  • unregelmäßiger Zyklus
  • Unterleibsschmerzen unbekannter Ursache

Warum Sie die Vorsorgeuntersuchung in der Frauenheilkunde in Berlin regelmäßig durchführen lassen sollten

Vorderstes Einsatzgebiet der kolposkopischen Untersuchung ist die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen (= sogenannte Präkanzerosen). Früher war diese Krebserkrankung der häufigste Genitalkrebs der Frau. Bei der Untersuchung ist der Muttermund gut zugänglich, sodass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine Krebserkrankung bereits im Vor- oder Frühstadium erkennen lassen. In diesen Stadien kann die Erkrankung in den meisten Fällen auch erfolgreich behandelt werden.

Durch die breite Anwendung der Untersuchung sind die Todesfälle aufgrund eines Gebärmutterhalskrebs in den letzten 30 Jahren erheblich zurückgegangen. Insgesamt erkranken heute noch etwa 4.500 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs.

Welche Risiken gehen mit der Untersuchung einher?

Die kolposkopische Untersuchung ist aufgrund ihrer langen Tradition eine sehr sichere und komplikationsfreie Untersuchungsmethode. Auch während der Schwangerschaft geht sie mit keinem erhöhten Risiko für das Kind einher. Sie sollten Ihren Arzt dennoch vor der Untersuchung über eine mögliche Schw